Nach den jüngsten Drohungen des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die amerikanische Regierung könne „ökonomischen Druck“ auf Dänemark und die EU ausüben, falls Grönland nicht für militärische Zwecke bereitgestellt werde, plant die Europäische Union nun eine deutliche Antwort.
Wie der SPIEGEL unter Berufung auf EU-Kommissionskreise berichtet, arbeitet Brüssel an einem umfassenden Maßnahmenpaket mit Gegenzöllen im geschätzten Gesamtwert von 93 Milliarden Euro.
Diese Abgaben sollen insbesondere US-Exporte treffen, die für die amerikanische Wirtschaft von zentraler Bedeutung sind – darunter Landwirtschaftsprodukte, Automobilteile und Technologieimporte.
Hintergrund: Handelsstreit spitzt sich erneut zu
Bereits 2018 hatte die EU auf Trumps Strafzölle auf Stahl und Aluminium mit eigenen Gegenmaßnahmen reagiert. Nun droht ein ähnliches Szenario, sollte Washington erneut Einfuhrzölle gegen europäische Produkte verhängen.
Die aktuellen Pläne signalisieren, dass Brüssel entschlossen ist, geschlossen gegen protektionistische Schritte vorzugehen und die europäischen Wirtschaftsinteressen zu verteidigen.
Ein EU-Diplomat erklärte gegenüber Medien, dass man in den kommenden Wochen eine Liste potenzieller US-Produkte veröffentlichen wolle, die im Falle einer Eskalation von Importabgaben betroffen wären.
Wirtschaftliche Risiken und politische Bedeutung
Ökonomen warnen, dass ein erneuter Handelskonflikt zwischen der EU und den USA die fragile Weltwirtschaft belasten könnte.
Besonders betroffen wären Branchen mit transatlantischen Lieferketten. Gleichzeitig sehen Analysten in der entschlossenen Haltung der EU ein Signal für mehr strategische Eigenständigkeit Europas gegenüber Washington – ein Thema, das zunehmend politische Relevanz erhält.
Quellen
EU plant Gegenzölle im Wert von 93 Milliarden Euro
EU erwägt laut FT Vergeltungszölle in Höhe von 108 Milliarden Dollar gegen die USA wegen Trumps Drohung gegenüber Grönland


