Die anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine haben vielerorts zu massiven Strom- und Heizungsausfällen geführt. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Süden des Landes, wo zweistellige Minustemperaturen herrschen. Viele Bürger müssen ohne Strom, Fernwärme und teilweise auch ohne Wasserversorgung auskommen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Lage in seiner nächtlichen Videoansprache als „äußerst kritisch“ und forderte die Regierung auf, unverzüglich zusätzliche Stromimporte aus den Nachbarländern zu ermöglichen.
Regierung prüft Notmaßnahmen für Energieversorgung
Nach Angaben des ukrainischen Energieministeriums wird derzeit über verstärkte Stromimporte aus Polen, Rumänien und der Slowakei verhandelt. Zudem sollen mobile Generatoren und Reservekapazitäten der EU-Partnerländer aktiviert werden.
Minister Herman Haluschtschenko erklärte, dass die russischen Angriffe vor allem Kraftwerke und Umspannstationen getroffen hätten. Ziel sei es nun, in den kommenden Tagen die Versorgung besonders kritischer Infrastrukturen – wie Krankenhäuser und Schulen – zu sichern.
Internationale Unterstützung und Solidarität
Die Europäische Union hat der Ukraine erneut Unterstützung zugesichert. Laut der EU-Kommission sollen weitere technische Hilfspakete und Generatoren über den EU-Katastrophenschutzmechanismus bereitgestellt werden. Auch Deutschland kündigte an, zusätzliche Hilfslieferungen zur Stabilisierung des Energiesektors zu prüfen.
Selenskyj betonte, dass die Ukraine trotz der schwierigen Lage „nicht aufgeben“ werde. Er bedankte sich bei den internationalen Partnern für ihre Solidarität und appellierte an die Bevölkerung, den Stromverbrauch weiterhin zu senken.
Quellen
Selenskyj drängt auf höhere Stromimporte
Britische Außenministerin gegen direkte Gespräche mit Putin


