Nach Weselsky-Rücktritt: GDL und DB starten Verhandlungen ohne Streikdrohung

08/01/2026
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Claus Weselsky trat nach 16 Jahren als GDL-Vorsitzender im September 2024 in den Ruhestand zurück. Sein Nachfolger Mario Reiß wurde mit 94,8 Prozent der Stimmen gewählt und setzt einen moderateren Ton an. Unter Weselsky prägte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) die Szene durch zahlreiche Streiks, die das Land lahmlegten.

Streikwelle unter Weselsky

Vor zwei Jahren überzog die GDL unter Weselsky die Deutsche Bahn mit Warnstreiks und Wellenstreiks, darunter der längste in der Bahngeschichte. Die Auseinandersetzungen drehten sich um höhere Löhne, kürzere Arbeitszeiten auf 35 Stunden und das Tarifeinheitsgesetz (TEG), das GDL-Tarife in EVG-dominierten Betrieben einschränkt. Weselskys harte Linie führte zu Einigungen wie Lohnerhöhungen und Arbeitszeitverkürzungen, kostete aber Millionen an Streikfolgen.

Aktuelle Tarifverhandlungen

Die Verhandlungen zur Tarifrunde 2026 starteten am 8. Januar 2026 in Berlin, nach Auslaufen der alten Verträge am 31. Dezember 2025. Die GDL fordert acht Prozent mehr Lohn, darunter 3,8 Prozent Tabellensteigerung, höhere Azubi-Gehälter und neue Tarifstufen für rund 10.000 Beschäftigte. Die Bahn betont konstruktives Verhandeln unter Personalvorstand Seiler, ohne konkretes Angebot, und verweist auf die laufende Krise.

Warum vorerst friedlich?

Eine vereinbarte zweimonatige Friedenspflicht vom 1. Januar bis 28. Februar 2026 verhindert Streiks in dieser Phase, wie im letzten Abschluss 2023 festgelegt. Insgesamt 14 Verhandlungstage sind geplant, darunter zwei einwöchige Blöcke im Februar. Beide Seiten streben einen Abschluss bis Ende Februar an; Reiß’ besonnenerer Stil im Vergleich zu Weselsky trägt zur Deeskalation bei.

Wann Streiks drohen könnten

Sollten Verhandlungen scheitern, folgt eine Schlichtung; Streiks wären frühestens ab März möglich. Die GDL könnte wie zuvor Gespräche abbrechen und eine Urabstimmung starten, um unbefristete Kämpfe zu initiieren. Knackpunkte bleiben Lohnforderungen und TEG; ein Scheitern würde Fahrgäste belasten, doch die Bahn zielt auf Vermeidung ab.

​Quellen

Lokführergewerkschaft GDL: Warum die Tarifrunde 2026 vorerst ruhig
Bahnstreiks passé? GDL-Nachfolger Reiß verhandelt mit Friedenspflicht

Lea Hoffmann

Lea Hoffmann

Ich bin Lea Hoffmann, leidenschaftliche Redakteurin bei Investorbit.de. Mit Begeisterung verfolge ich täglich die spannendsten Wirtschaftstrends. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich und frisch zu präsentieren. Ich liebe es, Leserinnen und Leser mit aktuellen News zu begeistern!

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