Im anhaltenden Bürgerkrieg im Jemen haben die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen einen wichtigen militärischen Erfolg erzielt. Nach offiziellen Angaben gelang es ihnen, weite Teile der ölreichen Region Hadramaut im Osten des Landes zurückzuerobern. Das Gebiet gilt aufgrund seiner strategischen Lage und seiner Energieressourcen als eines der wirtschaftlich bedeutendsten im Jemen.
Die Offensive erfolgte in enger Abstimmung mit der pro-saudischen Koalition, die seit 2015 die international anerkannte Regierung von Präsident Raschid al-Alimi gegen die Huthi-Rebellen militärisch unterstützt. Laut regionalen Quellen sollen sich die Regierungstruppen nach mehrtägigen Gefechten vollständig in der Kontrolle über die wichtigsten Förderfelder und Transportstraßen befinden.
Separatisten im Süden signalisieren Gesprächsbereitschaft
Parallel zu den militärischen Fortschritten im Osten zeichnet sich auch auf politischer Ebene Bewegung ab. Vertreter des Südübergangsrates (STC), der eine größere Autonomie oder gar Unabhängigkeit des Südjemen anstrebt, erklärten ihre Bereitschaft zu Gesprächen mit der Zentralregierung.
Beobachter sehen darin ein mögliches Signal für eine vorsichtige Annäherung der bislang zerstrittenen Lager, die das Land seit Jahren in Instabilität halten. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, begrüßte die Entwicklung und sprach von einer „Chance für eine nachhaltige politische Lösung“, sofern beide Seiten ernsthafte Kompromissbereitschaft zeigten.
Wirtschaftliche Bedeutung der Region Hadramaut
Hadramaut ist nicht nur geologisch, sondern auch geopolitisch von hoher Relevanz. Die Region beherbergt einige der wichtigsten Erdölfelder des Landes und verfügt über strategische Zugänge zum Arabischen Meer. In den vergangenen Jahren stand sie im Mittelpunkt zahlreicher Machtkämpfe zwischen Regierungstruppen, lokalen Stämmen und islamistischen Milizen.
Durch die Rückeroberung könnte die jemenitische Regierung künftig wieder stärker von den Öl- und Einnahmequellen profitieren, was auch dringend benötigte Wirtschaftsimpulse setzen könnte. Allerdings warnen Experten, dass eine dauerhafte Stabilisierung nur bei politischer Verständigung möglich sein wird.
Humanitäre Lage bleibt kritisch
Trotz des jüngsten Erfolges bleibt die humanitäre Situation im Jemen dramatisch. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund 80 Prozent der Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Kämpfe haben ganze Landesteile zerstört, Millionen Menschen leben in Armut, und die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist vielerorts prekär.
Hilfsorganisationen fordern daher eine internationale Initiative, um sowohl den Waffenstillstand zu sichern als auch den Wiederaufbau in den befreiten Gebieten zu unterstützen.
Quellen
Regierungstruppen im Jemen erobern ölreiches Gebiet zurück
Die jemenitische Präsidentschaft gibt bekannt, dass von Saudi-Arabien unterstützte Truppen die wichtige Provinz Hadramawt eingenommen haben.