Separatisten im Südjemen treiben Pläne für Unabhängigkeitsreferendum voran

04/01/2026
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Der Südliche Übergangsrat (STC), der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt wird, hat angekündigt, ein Unabhängigkeitsreferendum für den Süden des Jemen vorzubereiten. Ziel ist es, eine offizielle Abstimmung über die Loslösung vom Norden abzuhalten – eine Entwicklung, die den ohnehin fragilen Friedensprozess im Land weiter unter Druck setzt.

Laut STC-Sprecher Ali al-Kathiri sollen im Laufe der kommenden Monate konkrete Planungen für den Ablauf und die Durchführung der Abstimmung vorgestellt werden. Der Rat beansprucht weite Teile des Südens, einschließlich der Hafenstadt Aden, als künftige Hauptstadt eines unabhängigen „Südjemen“.

Historischer Hintergrund des Konflikts

Der Jemen war bis 1990 in zwei Staaten geteilt – den Nordjemen (Arabische Republik Jemen) und den Südjemen (Volksdemokratische Republik Jemen). Nach der Vereinigung kam es wiederholt zu Spannungen, insbesondere wegen ungleicher Machtverhältnisse und Ressourcenverteilung.

Bereits 1994 führte ein gescheiterter Unabhängigkeitsversuch des Südens zu einem kurzen Bürgerkrieg. Seit 2015 ist der Jemen nun erneut in einen verheerenden Konflikt zwischen Huthi-Rebellen im Norden und der international anerkannten Regierung im Süden verwickelt – die wiederum intern vom STC herausgefordert wird.

Internationale Reaktionen und regionale Interessen

ie Nachricht über ein geplantes Referendum wird international mit Sorge betrachtet. Beobachter warnen, dass ein solcher Schritt das Friedensabkommen von 2019, das die Spannungen zwischen Regierungstruppen und STC mildern sollte, gefährden könnte.

Saudi-Arabien versucht weiterhin, eine politische Einigung zwischen den rivalisierenden Gruppen zu vermitteln, während die Vereinigten Arabischen Emirate traditionell enge Kontakte zu den südjemenitischen Kräften pflegen.

Politische und humanitäre Folgen

Ein Referendum über die Unabhängigkeit des Südens könnte das Machtgefüge im Jemen grundlegend verändern. Experten befürchten, dass ein Zerfall des Landes den humanitären Notstand weiter verschärfen und Hilfsorganisationen in ihrer Arbeit behindern würde.

Der Jemen bleibt eines der ärmsten Länder der arabischen Welt, und mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind laut UN auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Quellen 

Südjemen: Separatisten planen Volksentscheid über eigene Staatlichkeit
Machtkampf im Jemen: Übergangsrat fordert Referendum zur Abspaltung

Matthias Otto

Matthias Otto

Hallo, mein Name ist Matthias Otto und ich arbeite als Autor bei Investorbit.de. Dort schreibe ich regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und digitale Trends. Mein Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und meinen Lesern fundierte Einblicke in die Welt der Investments zu bieten. Wenn ich nicht gerade recherchiere oder Artikel verfasse, beschäftige ich mich gerne mit neuen Entwicklungen im Online-Journalismus und digitalen Marketing.

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