Der Frauenanteil in den Vorständen deutscher Unternehmen ist kürzlich gesunken, insbesondere im MDax, wo er um 0,4 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent fiel. Dieser Rückgang beendet einen zehnjährigen Aufwärtstrend und zeigt, dass Deutschland zusammen mit Schweden in Europa rückläufig ist, während Norwegen über ein Drittel weibliche Spitzenmanagerinnen zählt. Experten sprechen von einem Ende der Fortschritte bei der Gleichstellung.
Stagnation bei Neubesetzungen
Bei neuen Vorstandspositionen sank der Frauenanteil deutlich auf 18 bis 29 Prozent, je nach Index, im Vergleich zu Höchstwerten von bis zu 48 Prozent zuvor. Insgesamt stagniert der Frauenanteil in Börsenunternehmen bei rund 19,7 Prozent, mit nur 138 Frauen gegenüber 561 Männern in 160 Unternehmen. Dies unterstreicht eine Stagnation trotz gesetzlicher Vorgaben.
Internationaler Vergleich enttäuscht
Deutschland hinkt der EU hinterher, wo der Frauenanteil in Führungspositionen bei 35,2 Prozent liegt, während er hier auf 29,1 Prozent abrutschte. Länder wie Frankreich (47,5 Prozent) und Italien (45 Prozent) führen, doch in DAX-Aufsichtsräten ging der Anteil 2025 erstmals zurück. Auch im Mittelstand sank der Chefinnenanteil auf 14,3 Prozent.
Ursachen und Ausblick
Quoten allein reichen nicht; es fehlen nachhaltige Maßnahmen wie Sponsoringprogramme frühzeitig. Unternehmen wie Brenntag streben 20 Prozent an, doch viele Gremien bleiben männerdominiert. Der Weg zu mehr Diversität erfordert Politik, Unternehmen und Gesellschaft.
Quellen
Glasdecke verstärkt: Frauenanteil in Vorständen schrumpft
Frauenquote enttäuscht: Rückgang in der Unternehmensspitze