Frauen in Deutschland verdienen 2024 und 2025 durchschnittlich 16 Prozent weniger Bruttostundenlohn als Männer, mit 22,24 bis 22,81 Euro im Vergleich zu 26,34 bis 27,05 Euro für Männer. Der unbereinigte Gap hat sich seit 2006 von 23 Prozent leicht verringert, stagniert jedoch seit 2020. Bereinigt auf gleiche Qualifikation, Tätigkeit und Biografie bleibt eine Lücke von sechs Prozent bestehen.
Regionale und branchenspezifische Unterschiede
Im Westen liegt der Gap bei 17 bis 19 Prozent, im Osten bei fünf bis sieben Prozent, bedingt durch unterschiedliche Beschäftigungsstrukturen. Frauenberufe wie Pflege, Bildung und Einzelhandel weisen höhere Lücken auf, mit bis zu 27 Prozent, während männerdominierte Branchen wie Maschinenbau geringere Differenzen zeigen. Die Finanzbranche führt mit 24 Prozent, gefolgt von Versicherungen.
Wichtige Ursachen der Lohnlücke
Höhere Teilzeitquoten bei Frauen erklären rund 60 Prozent des Gaps, ergänzt durch frauentypische, niedrig bezahlte Berufe und seltene Führungspositionen. Erwerbsunterbrechungen für Kindererziehung oder Pflege mindern Karrierechancen und Lohnsteigerungen. Unbewusste Vorurteile und fehlende Gehaltsverhandlungen tragen zum bereinigten Gap bei.
Maßnahmen und Ausblick
Das Entgelttransparenzgesetz und EU-Richtlinien fordern ab 2026 Gehaltsangaben in Ausschreibungen und Lohnberichte. Investitionen in Kinderbetreuung, flexible Modelle und Tarifpolitik wie mehr Partnermonate im Elterngeld sollen die Lücke schließen. Experten prognostizieren einen Rückgang auf zehn Prozent bis 2030 bei konsequenter Umsetzung.
Quellen
Frauenlohnlücke bei 16 Prozent: Warum der Gender Pay Gap stagniert
16 Prozent weniger Verdienst: Fakten zum Gender Pay Gap 2025