Die deutschen Rüstungsausfuhren sind im Jahr 2025 erheblich zurückgegangen. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums beläuft sich der Wert der exportierten Rüstungsgüter auf rund 6,1 Milliarden Euro – etwa 35 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzt sich der bereits 2024 begonnene Abwärtstrend fort.
Beobachter führen die Entwicklung sowohl auf strengere Exportgenehmigungen der Bundesregierung als auch auf eine nachlassende internationale Nachfrage zurück. Besonders im Bereich der Großwaffensysteme wie Fregatten und Kampfflugzeuge seien die Ausfuhren stark rückläufig.
Gründe für den Export-Rückgang
Zu den Hauptursachen zählen eine restriktivere Rüstungsexportpolitik der Ampel-Koalition sowie geopolitische Spannungen, die neue Lieferbeschränkungen nach sich zogen. Insbesondere Lieferungen an Drittstaaten außerhalb der EU und der NATO wurden seltener genehmigt.
Zudem hat sich der Fokus der deutschen Verteidigungsindustrie stärker auf den Binnenmarkt verschoben, da die Bundeswehr-Aufträge im Zuge der „Zeitenwende“ priorisiert werden.
Industrie fordert Planungssicherheit
Vertreter der Rüstungsindustrie kritisierten die unklare Genehmigungspraxis und warnten vor einem Wettbewerbsnachteil gegenüber europäischen Nachbarn. Unternehmen wie Rheinmetall und ThyssenKrupp Marine Systems betonen, dass langfristige Investitionen in Forschung und Entwicklung stagnieren könnten, wenn Exportchancen weiter eingeschränkt bleiben.
Die Bundesregierung hingegen hält an ihrer Linie fest: Menschenrechtsaspekte und außenpolitische Stabilität stünden im Vordergrund, betonte Wirtschaftsminister Robert Habeck.
Ausblick: Europäische Kooperationen als Chance
Experten sehen in europäischen Rüstungskooperationen wie dem „Future Combat Air System“ (FCAS) oder dem „Main Ground Combat System“ (MGCS) neue Perspektiven für die Branche. Diese Projekte sollen langfristig sowohl technologische als auch wirtschaftliche Synergien schaffen und die Abhängigkeit von Exporten an Drittstaaten mindern.
Quellen
Deutscher Waffenexport auf Talfahrt: 2025 markiert ein Tiefpunkt
Rückgang bei Rüstungsexporten: Deutschland liefert deutlich weniger Waffen