Der Sudan steht Ende 2025 vor einem humanitären Kollaps, den Beobachter als „die schlimmste Krise des Jahres 2026“ einstufen. Seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) im April 2023 hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 25 Millionen Menschen – über die Hälfte der Bevölkerung – auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Millionen wurden innerhalb des Landes vertrieben, während viele andere in die Nachbarländer geflohen sind. Besonders betroffen sind Kinder: Laut UNICEF sind über 13 Millionen Minderjährige unmittelbar von Nahrungsmittelknappheit, Gewalt und Krankheit betroffen.
Zusammenbruch der Infrastruktur und blockierte Hilfe
Weite Teile der Infrastruktur liegen in Trümmern. In Khartum, Darfur und Kordofan haben Stromausfälle, zerstörte Krankenhäuser und blockierte Transportwege die Hilfe nahezu unmöglich gemacht.
Hilfsorganisationen klagen über massiven Zugangsmangel: sowohl die SAF als auch die RSF verhindern laut UN-Angaben wiederholt die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten. Besonders im Westen des Landes sollen ganze Dörfer unzugänglich sein. Das Welternährungsprogramm (WFP) warnt, dass ohne sofortige internationale Unterstützung Millionen Menschen bis 2026 von Hungertod bedroht sein könnten.
Globale Reaktion bleibt aus
Trotz der dramatischen Lage erhält der Sudan bislang wenig internationale Aufmerksamkeit. Einige Beobachter sprechen von einer „vergessenen Krise“. Die meisten Hilfszusagen der Geberländer bleiben bislang unerfüllt. Von den rund 2,7 Milliarden US-Dollar, die die UN für dringend nötig hält, wurden nur knapp 35 Prozent tatsächlich bereitgestellt.
Diplomatische Bemühungen für eine Waffenruhe stocken, während Waffenlieferungen an rivalisierende Fraktionen die Gewalt weiter anheizen.
Forderung nach internationalem Handeln
UNO-Generalsekretär António Guterres forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, „nicht länger wegzuschauen“. Ohne einen sofortigen und koordinierten Einsatz drohe der Sudan „in eine völlige humanitäre Katastrophe abzugleiten“. Auch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mahnt, humanitäre Prinzipien zu respektieren und den Zugang zu Bedürftigen zu gewährleisten. Internationale Beobachter warnen, dass die Eskalation in Sudan auch Nachbarländer weiter destabilisieren könnte – darunter Tschad, Südsudan und Ägypten.
Quellen
Die vergessene Tragödie: Warum der Sudan 2026 im Chaos versinkt
Humanitäre Katastrophe im Sudan: Millionen Menschen vom Überleben bedroht