Ein US-amerikanischer Regisseur ist in Los Angeles wegen eines Millionenbetrugs gegen den Streaming-Dienst Netflix zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Laut Gerichtsunterlagen soll der Mann fingierte Produktionskosten abgerechnet und nicht existierende Filmprojekte abgerechnet haben. Der Schaden beläuft sich laut Ermittlungsbehörden auf rund 8,4 Millionen US-Dollar.
Der Regisseur, dessen Name aus Datenschutzgründen nicht vollständig genannt wurde, produzierte in den vergangenen Jahren mehrere unabhängige Projekte für große Plattformen, darunter Netflix und Amazon Prime. Durch manipulierte Rechnungen und gefälschte Verträge habe er laut Anklage „systematisch Gelder abgezweigt, die nie in tatsächliche Produktionen flossen“.
Gericht spricht von „gezieltem Täuschungssystem“
Bei der Urteilsverkündung bezeichnete das zuständige Gericht den Fall als „einen der komplexesten Betrugsfälle in der jüngeren US-Filmgeschichte“. Die Richterin sprach von einem „gezielten Täuschungssystem“, das über mehrere Jahre lief und durch interne Nachprüfungen bei Netflix aufgedeckt wurde.
Der Angeklagte zeigte sich geständig und räumte ein, dass er die Gelder für private Investitionen, Luxusreisen und Immobilienkäufe verwendet habe. Die Verteidigung führte psychischen Druck und finanziellen Stress durch gescheiterte Filmprojekte als Motiv an.
Streaming-Branche verstärkt Kontrollmechanismen
Netflix kündigte an, als Reaktion auf den Betrugsfall interne Prüfprozesse für Produktionsbudgets zu verschärfen. „Wir arbeiten weltweit mit hunderten Kreativen zusammen – Vertrauen ist essenziell, aber wir müssen Missbrauch verhindern“, erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Los Angeles Times.
Auch andere Streaming-Anbieter haben ihre Finanzkontrollen nach den jüngsten Fällen in der Branche intensiviert. Laut Branchenkreisen werden künftig externe Audits und automatische Budget-Tracking-Systeme in Produktionsprozesse integriert, um Unregelmäßigkeiten frühzeitig zu erkennen.
Experten warnen vor wachsendem Missbrauchspotenzial
Finanz- und Medienexperten sehen in dem Fall einen Weckruf für die gesamte Streaming-Industrie. „Die enormen Summen, die in Produktion und Lizenzierung fließen, laden geradezu zu Betrugsversuchen ein“, sagt Medienanalystin Dr. Emily Carter von der University of Southern California.
Zugleich fordert sie mehr Transparenz und verbindliche Kontrollmechanismen bei internationalen Co-Produktionen.
Quellen
Millionenbetrug an Netflix: US-Regisseur verurteilt
US-Regisseur verurteilt