Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer bei den Lebensmitteltafeln in Deutschland ist laut dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. auf rund 77.000 gestiegen. Nach den stark belastenden Jahren der Pandemie und der Energiekrise engagieren sich wieder mehr Menschen für Bedürftige. Viele möchten angesichts steigender Lebenshaltungskosten aktiv helfen. Nach Angaben des Verbands ist dieser Zuwachs ein positives Signal der gesellschaftlichen Solidarität. Die Helfer unterstützen täglich bei der Abholung, Sortierung und Verteilung von Lebensmitteln, die sonst im Müll landen würden.
Steigende Nachfrage überfordert Kapazitäten
Trotz des Engagements reicht die Zahl der Freiwilligen nicht aus, um die wachsende Nachfrage zu bewältigen. Immer mehr Menschen suchen Unterstützung, insbesondere Rentner, Geringverdiener und Familien mit niedrigem Einkommen. Die Zahl der registrierten Nutzer der Tafeln stieg zuletzt auf über zwei Millionen. Viele Einrichtungen berichten von überfüllten Lagerräumen, langen Warteschlangen und logistischen Engpässen. Besonders in Städten wie Berlin, Köln und München stoßen die Helfer an ihre Grenzen.
Ehrenamt stößt an Belastungsgrenzen
Der Bundesverband fordert daher verstärkte Unterstützung durch Politik und Wirtschaft. Neben mehr Personal werden auch finanzielle Mittel für Transport, Kühlung und Lagerung dringend benötigt. Zudem wünscht sich Tafel Deutschland langfristige Programme zur Förderung ehrenamtlichen Engagements. Der Verband betont, dass Hilfe auf Freiwilligenbasis zwar bewundernswert, aber kein Ersatz für strukturelle Armutsbekämpfung sei. „Unsere Helferinnen und Helfer leisten Großartiges – doch Armut lässt sich mit Lebensmittelausgaben allein nicht bekämpfen“, heißt es in einer Stellungnahme.
Quellen
Lebensmitteltafeln melden mehr ehrenamtliche Helfer
Mehr Freiwillige bei Tafeln – und trotzdem fehlt Personal