Kurz vor den tödlichen Schüssen am 4. November 1995 sang Israels Premierminister Yitzhak Rabin gemeinsam mit politischen Weggefährten und Tausenden Anhängern ein Lied, das zu einem symbolischen Vermächtnis wurde – die Hymne der israelischen Friedensbewegung. Dieses Lied, dessen Text vom bekannten Songwriter Yaakov Rotblit stammt, stand für Hoffnung, Verständigung und die Überwindung von Hass. Wenige Minuten später fiel Rabin einem Attentat zum Opfer – ein Schock, der Israel und die Welt nachhaltig bewegte.
Die Botschaft des Liedes
Das Lied ruft dazu auf, den Frieden nicht aufzugeben, auch wenn politische und gesellschaftliche Spannungen groß sind. Sein Refrain, dessen Worte sich tief ins kollektive Gedächtnis Israels eingebrannt haben, wurde zu einem Symbol für die zwei Gesichter des Nahen Ostens: Sehnsucht und Spaltung. Yaakov Rotblit, der Autor des Textes, sagt bis heute, dass die Botschaft des Liedes für ihn lebendig bleibt. Für ihn sei es eine Mahnung, den Traum vom Frieden niemals aufzugeben.
Erinnerung an eine unvollendete Vision
Dreißig Jahre nach dem Attentat erklingt das Lied wieder auf Gedenkveranstaltungen in Tel Aviv und Jerusalem. Junge Musiker interpretieren es neu, um Rabins Vermächtnis an die nächste Generation weiterzutragen. Auch in Schulen wird über seine Bedeutung gesprochen – nicht nur als historische Erinnerung, sondern als Aufruf zu Toleranz und Dialog in einer angespannten politischen Gegenwart.
Yaakov Rotblits Glaube an die Kraft der Musik
Rotblit, mittlerweile über achtzig Jahre alt, zeigt sich in Interviews nachdenklich, aber nicht resigniert. Er sieht in der Musik noch immer eine Brücke zwischen den Generationen und politischen Lagern. „Lieder“, sagt er, „sind wie Samen. Sie brauchen Zeit, um zu wachsen.“ Für ihn bleibt das Lied, das Rabin an seinem letzten Abend sang, ein Zeichen dafür, dass Hoffnung selbst den dunkelsten Moment überleben kann.
Quellen
Das Lied seines Lebens – spiegel.de