Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen empfindet die Steuerbelastung als deutlich zu hoch. Nach neuesten Umfragen von Wirtschaftsverbänden und Steuerexperten sehen über 70 Prozent der Betriebe die aktuelle Abgabenlast als Wachstumshemmnis. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Unternehmensbesteuerung mittlerweile an der Spitze der G7-Staaten – vor Ländern wie Frankreich, Kanada oder den USA.
Drei Steuerarten besonders belastend
Als größte Belastungsfaktoren nennen Unternehmen vor allem Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag. Zusammengenommen ergibt sich eine durchschnittliche Steuerquote von etwa 30 Prozent, wobei insbesondere mittelständische Betriebe im Ausland kaum noch konkurrenzfähig sind. Auch internationale Konzerne verlagern zunehmend Standorte in Nachbarländer mit geringeren Unternehmenssteuersätzen.
Wettbewerbsfähigkeit steht auf dem Spiel
Viele Ökonomen warnen, dass die hohe Steuerlast nicht nur Investitionen bremst, sondern auch Arbeitsplätze gefährdet. Während Länder wie die USA und das Vereinigte Königreich ihre Unternehmenssteuern in den letzten Jahren reduziert haben, bleibt Deutschland bei Reformen weitgehend passiv. Dies führt zu einem zunehmend ungleichen Wettbewerbsumfeld.
Forderungen nach Steuerreform werden lauter
Wirtschaftsverbände wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordern seit Langem umfassende Entlastungen. Eine Vereinfachung des Steuersystems, die Senkung der Körperschaftsteuer sowie der Wegfall des Solidaritätszuschlags auf Unternehmensgewinne werden als dringend notwendig angesehen, um die Standortattraktivität Deutschlands zu sichern.
Quellen
Unternehmen klagen über höchste Steuerlast im G7-Vergleich
Deutsche Firmen stöhnen unter Rekord-Steuern