Zum Jahreswechsel erleben Autofahrer in Deutschland erneut einen deutlichen Anstieg der Spritpreise. Nach Angaben des ADAC zogen die Preise für Benzin und Diesel in den letzten Dezembertagen spürbar an. An vielen Tankstellen kostet der Liter Super E10 inzwischen über 1,80 Euro, während Diesel mancherorts die Marke von 1,70 Euro überschreitet.
Experten führen die Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück: gestiegene Rohölpreise, eine Zunahme der CO₂-Abgabe zum 1. Januar sowie Transportkostensteigerungen aufgrund geopolitischer Spannungen.
CO₂-Preis und Mehrwertsteuer als Preistreiber
Zum 1. Januar ist die nationale CO₂-Abgabe auf fossile Brennstoffe in Deutschland von 30 auf 45 Euro pro Tonne gestiegen. Diese Maßnahme schlägt nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) direkt auf die Tankstellenpreise durch. Besonders betroffen sind Vielfahrer und Pendler, deren Mobilitätskosten sich spürbar erhöhen.
Hinzu kommt, dass wirtschaftliche Unsicherheiten an den internationalen Energiemärkten den Rohölpreis zuletzt weiter beflügelt haben. Die Ölmarke Brent notierte laut Handelsdaten Anfang des Jahres bei rund 84 US-Dollar pro Barrel – ein Plus von etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresende.
Verbraucher fordern Entlastung
Verbraucherschützer fordern von der Bundesregierung gezielte Entlastungsmaßnahmen, um Pendler und Familien zu unterstützen. Diskutiert werden unter anderem steuerliche Vergünstigungen und eine Ausweitung der Pendlerpauschale. Der ADAC mahnt, dass „Mobilität in Deutschland nicht zum Luxusgut werden darf“.
Viele Autofahrer versuchen, ihre Tankkosten zu senken, indem sie Preise per App vergleichen oder auf alternative Antriebe umsteigen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wächst der Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen weiter, auch wenn E-Auto-Fahrer weiterhin mit Strompreiserhöhungen konfrontiert sind.
Ausblick: Keine schnelle Entspannung in Sicht
Energieexperten rechnen kurzfristig nicht mit einer deutlichen Entspannung an den Zapfsäulen. Sollte der Ölpreis stabil hoch bleiben und die CO₂-Abgaben weiter steigen, könnten die Kraftstoffpreise auch in den kommenden Monaten auf hohem Niveau verharren.
Quellen
Tanken wird teurer: Spritpreise schießen zum Jahreswechsel in die Höhe
Deutliche Preissteigerung an den Zapfsäulen zum Jahreswechsel


