Die Bundesregierung hat sich auf den Bau neuer Gaskraftwerke geeinigt, um die Stromversorgung in Deutschland langfristig abzusichern. Ziel ist es, die Energieversorgung auch bei schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarstrom zu gewährleisten. Noch im Jahr 2026 sollen Kraftwerkskapazitäten mit einer Gesamtleistung von rund zwölf Gigawatt ausgeschrieben werden.
Diese Kraftwerke gelten als sogenannte „Brücken-Technologie“, bis ausreichende Möglichkeiten für eine vollständige Versorgung durch erneuerbare Energien geschaffen sind. Durch moderne, wasserstofffähige Anlagen soll zudem die Grundlage für eine spätere Umstellung auf klimaneutrale Energieträger geschaffen werden.
Förderung und Finanzierungsmodell
Die Bundesregierung plant Fördermaßnahmen, um Investitionen in den Bau neuer Gaskraftwerke attraktiver zu machen. Vorgesehen ist eine Kombination aus Ausschreibungen und langfristigen Abnahmeverträgen (Contracts for Difference), die Energieunternehmen Planungssicherheit bieten sollen.
Neben großen Kraftwerksprojekten sollen auch flexible, dezentrale Anlagen gefördert werden, um die Stabilität des Netzes zu gewährleisten. Der Fokus liegt dabei auf Anlagen, die künftig auch mit Wasserstoff betrieben werden können.
Hintergrund: Energiewende und Versorgungssicherheit
Nach dem Atom- und Kohleausstieg steht Deutschland vor der zentralen Herausforderung, eine stabile und klimafreundliche Stromversorgung sicherzustellen. Gaskraftwerke sollen als Übergangstechnologie dienen, um in Zeiten niedriger Einspeisung erneuerbarer Energien einspringen zu können.
Die Stromnachfrage wird laut Bundeswirtschaftsministerium in den kommenden Jahren weiter steigen, insbesondere durch den Ausbau von Elektromobilität, Wärmepumpen und Digitalisierung. Der geplante Ausbau soll verhindern, dass Engpässe bei der Energieversorgung entstehen.
Kritik und Ausblick
Umweltverbände und Teile der Opposition sehen den Ausbau neuer Gaskraftwerke kritisch, da fossiles Erdgas weiterhin klimaschädliche Emissionen verursacht. Sie fordern, dass der Fokus stärker auf den Ausbau von Speichertechnologien und grüner Wasserstoffproduktion gelegt werden müsse.
Die Regierung betont hingegen, dass die neuen Gaskraftwerke nur temporär zum Einsatz kommen und perspektivisch vollständig auf klimaneutralen Betrieb umgestellt werden sollen. Die ersten Ausschreibungsrunden sollen bereits im zweiten Halbjahr 2026 starten.
Quellen
Grundsatzeinigung für neue Gaskraftwerke
Pläne für neue Gaskraftwerke in Deutschland