Mehrere Bundestagsabgeordnete aus der Union setzen sich für ein Ende des bisherigen Minijob-Systems ein. Nach ihren Vorstellungen sollen Minijobs künftig stärker in reguläre Beschäftigungsverhältnisse überführt werden, um den Niedriglohnsektor zu verkleinern und Altersarmut vorzubeugen. Die Abgeordneten argumentieren, dass das gegenwärtige System falsche Anreize setze, die den Eintritt in sozialversicherungspflichtige Arbeit verhinderten.
Kritik an fehlender sozialer Absicherung
Kern der Kritik ist die unzureichende Absicherung von Minijobbern. Diese zahlen meist keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und nur minimale Beiträge zur Rentenversicherung. Dadurch entsteht für viele Beschäftigte, insbesondere im Dienstleistungssektor, eine langfristige Lücke in der Altersvorsorge. Unionspolitiker betonen, dass ein modernes Arbeitsmarktmodell alle Beschäftigten sozial schützen müsse.
Vorschläge für ein neues Modell
Diskutiert wird in der Union ein Stufenmodell, das Minijobs ab einem bestimmten Einkommensniveau automatisch in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt. Zudem sollen Arbeitgeber künftig stärker an den Sozialbeiträgen beteiligt werden. Ziel ist, die Beschäftigungsübergänge zu erleichtern, ohne die Flexibilität für Nebenverdiener vollständig aufzugeben.
Arbeitgeberverbände und Opposition reagieren kritisch
Arbeitgeberverbände lehnen die Pläne bislang ab. Sie warnen vor zusätzlicher Bürokratie und höheren Kosten, insbesondere für kleine Betriebe in Gastronomie und Pflege. Auch aus Reihen der FDP und AfD kommt Widerspruch: Eine Reform dürfe die Nebenerwerbsmöglichkeiten nicht gefährden, so die Kritik.
SPD und Grüne sehen Chancen für soziale Gerechtigkeit
Im Gegensatz dazu signalisieren Vertreter von SPD und Grünen grundsätzliche Zustimmung. Sie sehen in einer Reform die Möglichkeit, prekäre Beschäftigung einzudämmen und soziale Sicherheit zu stärken. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte bereits zuvor eine ähnliche Diskussion über die Zukunft der Minijobs angestoßen.
Quellen
Unionsabgeordnete wollen das bestehende System der Minijobs kippen – spiegel.de
Unionsabgeordnete befürworten teilweise Abschaffung von Minijobs – br.de