Nach einem turbulenten Jahr für die deutsche Wirtschaft melden zahlreiche DAX- und MDAX-Konzerne deutliche Rückgänge in ihren Gewinnzahlen. Vor allem die exportorientierten Branchen – Automobil, Maschinenbau und Chemie – leiden unter einer schwachen globalen Nachfrage, gestörten Lieferketten und steigenden Energiekosten. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sank der durchschnittliche Nettogewinn der 40 größten börsennotierten Unternehmen im Jahr 2025 um rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Besonders betroffen sind Konzerne wie Volkswagen, BASF und Siemens Energy, die auf internationalen Märkten stark unter Preisdruck stehen. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, etwa die anhaltenden Sanktionen gegen Russland und Spannungen im asiatischen Raum.
Stellenabbau in zentralen Industriesektoren
Während viele Unternehmen versuchen, ihre Kosten zu senken, greift eine Welle von Personalabbauten um sich. Laut Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit planen rund 40 Prozent der DAX-Konzerne für das erste Halbjahr 2026 Einsparungen im Personalbereich.
Der Automobilzulieferer Continental kündigte etwa an, bis 2027 weltweit 7.000 Stellen zu streichen. Auch Deutsche Telekom und SAP überprüfen ihre Belegschaften, um Effizienzprogramme umzusetzen. Gewerkschaften wie IG Metall warnen vor sozialen Härten und fordern staatliche Unterstützungsmaßnahmen, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren.
Konjunkturelle Unsicherheit und geopolitische Risiken
Die schwache Weltkonjunktur bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor für deutsche Konzerne. Das ifo-Institut spricht von einer „anhaltenden Wachstumspause“ und sieht nur eine langsame Erholung im Laufe des Jahres 2026. Drei Faktoren belasten besonders:
- Hohe Energiepreise: Deutschland zahlt im EU-Vergleich weiterhin Spitzenpreise für Strom und Gas.
- Weniger Exporte: China und die USA zeigen geringere Nachfrage nach deutschen Industrieprodukten.
- Steigende Finanzierungskosten: Die EZB hält den Leitzins auf hohem Niveau, was Investitionen dämpft.
Perspektiven: Digitalisierung und Transformation als Ausweg
Trotz der momentanen Flaute sehen Branchenexperten Chancen in der digitalen und nachhaltigen Transformation. Unternehmen, die in KI-Technologien, Automatisierung und erneuerbare Energien investieren, sichern sich laut Prognosen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) Wettbewerbsvorteile.
Investitionen in Forschung und Entwicklung könnten langfristig neue Arbeitsplätze schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken – vorausgesetzt, die Politik schafft verlässliche Rahmenbedingungen für Innovation und Energieversorgung.
Quellen
Gewinne brechen ein, Jobs fallen weg – DAX-Konzerne unter Druck
Wirtschaftsflaute trifft Topkonzerne: Gewinne schrumpfen, tausende Stellen wackeln