Der US-Autobauer Ford zieht Konsequenzen aus den schwachen Ergebnissen seiner Elektrofahrzeug-Sparte. Medienberichten zufolge plant der Konzern einen umfassenden Stellenabbau und eine Neuausrichtung seiner E-Strategie. Ziel sei es, die immensen Verluste der letzten Quartale einzudämmen und sich stärker auf profitablere Segmente zu konzentrieren.
Ford hatte in den vergangenen zwei Jahren Milliardenverluste im Bereich der Elektromobilität verbucht. Analysten machen vor allem hohe Produktionskosten und eine schwächere Nachfrage in den USA verantwortlich. Nun will der Hersteller sein Portfolio verschlanken und sich vorerst auf wenige Kernmodelle konzentrieren.
Fokus auf Verbrenner und Hybride
Bereits 2024 hatte Ford angekündigt, stärker auf Hybridmodelle zu setzen, da diese in Nordamerika derzeit deutlich besser verkauft werden als reine Elektroautos. Laut Konzernangaben plane man, die Einführung neuer E-Modelle zu verlangsamen und bestehende Projekte auf den Prüfstand zu stellen.
Zudem sollen Investitionen in neue Batteriefabriken zeitweise eingefroren werden, um Kosten zu sparen. Insidern zufolge werden mehrere hundert Stellen im Entwicklungsbereich wegfallen – insbesondere in den US-Standorten Michigan und Tennessee.
Hintergrund: Absatzkrise auf dem E-Markt
Der weltweite E-Auto-Markt wächst zwar weiter, doch der Höhenflug ist ins Stocken geraten. In den USA wie auch in Europa zeigen sich Käufer zunehmend preissensibel, während staatliche Förderungen auslaufen. Hersteller wie Tesla, Rivian und auch deutsche Konkurrenten spüren den Preisdruck deutlich.
Ford ist mit seiner Elektrifizierung später gestartet als andere und kämpft seither mit hohen Kosten in der Produktion. Das populäre Modell F-150 Lightning verkauft sich schwächer als erwartet; für 2025 sollen daher die Produktionszahlen angepasst werden.
Analysten sehen Trendwende
Branchenexperten bewerten den Schritt als Zeichen einer beginnenden Marktbereinigung. Während Tesla weiterhin auf Volumenwachstum setzt, ordnen traditionelle Hersteller wie Ford und GM ihre Strategien neu.
Der Fokus auf Wirtschaftlichkeit statt schnellem Wachstum könnte ein Vorbild für andere Autobauer werden, die nach Jahren hoher Investitionen erstmals auf die Bremse treten. Ford selbst betonte, langfristig weiter an der Elektromobilität festzuhalten – allerdings mit „marktorientiertem Tempo“.
Quellen
Ford zieht die Notbremse: Elektrosparte vor großem Umbau
Nach hohen Verlusten: Ford kürzt massiv im Elektrogeschäft