Nach dem schweren Unfall eines Frachtflugzeugs des Logistikunternehmens UPS hat die europäische Luftfahrtaufsicht ein Flugverbot für Maschinen desselben Typs ausgesprochen. Betroffen sind sämtliche Modelle des Typs McDonnell Douglas MD-11F, die mit bestimmten Triebwerks- oder Steuerungskomponenten aus älteren Serien ausgestattet sind. Der Beschluss folgt auf eine vorläufige Untersuchung, die auf mögliche technische Mängel im hydraulischen System hinweist.
Die europäische Luftsicherheitsagentur EASA reagierte damit auf erste Befunde der Unfallermittler, die nahelegen, dass ein Defekt im Seitenruder-System zum Kontrollverlust beim Start beigetragen haben könnte. Auch das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig bestätigte die Umsetzung des sofortigen Start- und Landeverbots in Deutschland.
Unfallhergang in Kürze
Die betroffene UPS-Maschine war am späten Mittwochabend auf einem Frachtflug von Köln nach Dubai abgestürzt. Kurz nach dem Start verlor das Flugzeug an Höhe und schlug in einem angrenzenden Industriegebiet auf. Beide Piloten kamen ums Leben. Laut Augenzeugenberichten war ein Feuer an der Tragfläche zu sehen, kurz bevor das Flugzeug den Boden berührte.
Ermittler der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) arbeiten gemeinsam mit Fachleuten von UPS und der US-amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA an der Rekonstruktion des Unfallablaufs. Der Flugschreiber wurde inzwischen geborgen und zur Auswertung nach Braunschweig gebracht.
Reaktionen und Auswirkungen
UPS äußerte sich bestürzt über den Vorfall und kündigte eine umfassende Kooperation mit den Ermittlungsbehörden an. Das Unternehmen betont, dass der Sicherheitsstandard seiner Flotte höchsten internationalen Anforderungen entspreche. Dennoch hat UPS vorsorglich alle MD-11F-Maschinen weltweit am Boden belassen, bis weitere technische Klarheit besteht.
Mehrere europäische Logistikkonzerne sind durch das Flugverbot unmittelbar betroffen, da Frachtkapazitäten auf Langstreckenverbindungen knapp werden könnten. Branchenexperten rechnen mit Verzögerungen im Transatlantikverkehr und steigenden Frachtkosten in den kommenden Wochen.
Ausblick
Die Untersuchungsergebnisse der BFU werden voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Sollte sich ein systemischer Fehler bestätigen, wären tiefgreifende technische Nachrüstungen notwendig. Der Fall könnte dann ähnliche Auswirkungen haben wie frühere sicherheitsbedingte Stilllegungen ganzer Flugzeugtypen. Bis dahin bleibt das Flugverbot für alle betroffenen Maschinen in Kraft.
Quellen
Flugverbot für Flugzeuge vom Typ der UPS-Unglücksmaschine – tagesschau.de
Nach Absturz: Flugverbot für alle MD-11-Maschinen – deutschlandfunk.de


