Geschichte und Hintergrund des Rückbaus

28/11/2025
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Das Kernkraftwerk Rheinsberg war das erste kommerzielle AKW der DDR mit einer elektrischen Nettoleistung von 62 Megawatt. Nach der Wiedervereinigung wurde es 1990 stillgelegt, und seit 1995 befindet sich die Anlage im Rückbau. Ursprünglich waren die Rückbauarbeiten bis 2009 geplant, doch aufgrund höherer als erwarteter Radioaktivität und technischer Herausforderungen wurde der Zeitrahmen mehrfach verlängert. Die Arbeiten sollen frühestens 2040 abgeschlossen sein, bis dahin wird auf dem Gelände eine grüne Wiese erwartet.

Umfang und Komplexität des Rückbaus

Der Rückbau des AKW Rheinsberg ist äußerst komplex und aufwendig. Insgesamt müssen etwa 70.000 Tonnen Beton auf mögliche Radioaktivität geprüft und dekontaminiert werden, was unter strengen Auflagen der Atomaufsicht und Strahlenschutzexperten erfolgt. Die Gebäude reichen teilweise neun Meter tief in den Boden, was zusätzliche technische und sicherheitstechnische Herausforderungen mit sich bringt. Zudem führen bauliche Überraschungen, wie nicht übereinstimmende Baupläne aus den 1960er Jahren und versteckte Leitungen im Beton, immer wieder zu Verzögerungen.

Kosten und Personalaufwand

Die Kosten des Rückbaus sind beträchtlich gestiegen. Während Anfang der 1990er Jahre die Kosten noch auf etwa 420 Millionen Euro geschätzt wurden, sind sie inzwischen auf mindestens 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Bislang wurden rund 850 Millionen Euro ausgegeben. Ein Großteil der Finanzierung kommt aus Steuermitteln. Aktuell sind etwa 130 Personen mit dem Rückbau beschäftigt, obwohl früher bis zu 650 Beschäftigte vor Ort waren. Die Pandemie und Budgetengpässe führten zu Personalreduktionen, was ebenfalls Verzögerungen bedingt.

Herausforderungen und Ausblick

Neben den hohen Kosten sind die technischen und sicherheitstechnischen Anforderungen die größte Herausforderung. Die Endlagerung der radioaktiven Abfälle ist ein ungelöstes Problem, das zusätzliche Kosten im Zwischenlager Nord bei Greifswald verursacht. Der Rückbau ist ein langwieriger Prozess, der für künftige AKW-Rückbauprojekte wichtige Erfahrungswerte liefert, aber auch die Gesamtkosten für Atomkraft deutlich erhöht. Die Fertigstellung steht voraussichtlich erst in den 2040er Jahren an, vorausgesetzt, weitere unvorhergesehene Schwierigkeiten treten nicht auf.

​Quellen

Der lange und teure Rückbau in Rheinsberg
Kernkraftwerk Rheinsberg: Warum der Abriss so lange dauert

Lea Hoffmann

Lea Hoffmann

Ich bin Lea Hoffmann, leidenschaftliche Redakteurin bei Investorbit.de. Mit Begeisterung verfolge ich täglich die spannendsten Wirtschaftstrends. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich und frisch zu präsentieren. Ich liebe es, Leserinnen und Leser mit aktuellen News zu begeistern!

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