Die nächste Baden-Württemberg-Wahl findet am 8. März 2026 statt, wie der Ministerrat des Landes offiziell beschlossen hat. An diesem Tag wird der neue Landtag gewählt, da die aktuelle Wahlperiode des 17. Landtags am 30. April 2026 endet.
Dabei kommt erstmals ein modifiziertes Wahlsystem zum Einsatz, das neben der Erststimme auch eine Zweitstimme für Landeslisten vorsieht – vergleichbar mit dem System bei der Bundestagswahl. Zusätzlich wurde das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt, sodass nun auch jüngere Bürgerinnen und Bürger an der Entscheidung über die politische Zukunft des Landes mitwirken können. Die Baden-Württemberg-Wahl gilt damit auch als Testfeld für eine breitere demokratische Beteiligung und eine modernisierte Wahlrechtsstruktur.
Spitzenkandidaten und Machtwechsel: Wer folgt auf Winfried Kretschmann?
Nach rund 15 Jahren an der Spitze tritt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nicht mehr zur Wahl an, was der politischen Landschaft in Baden-Württemberg eine neue Dynamik verleiht. Für die Grünen geht Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir als prominenter Spitzenkandidat ins Rennen und strebt das Amt des Ministerpräsidenten an. Auf Seiten der CDU tritt Landeschef Manuel Hagel an, der das Erbe der lange dominierenden Südwest-CDU fortführen und die Staatskanzlei verteidigen will.
In den Umfragen präsentiert sich ein enges Duell zwischen CDU und Grünen, das die Baden-Württemberg-Wahl 2026 zu einer Richtungsentscheidung über die künftige Regierungsführung im Land macht. Durch den angekündigten Abschied Kretschmanns ist offen, ob die Grünen ihre starke Position halten oder ob die CDU die Chance auf eine Rückkehr an die Spitze nutzen kann.
Umfragen kurz vor der Wahl: Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze
Die neuesten Umfragen unmittelbar vor der Baden-Württemberg-Wahl zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen. Laut dem ZDF-„Politbarometer Extra“ sowie weiteren Erhebungen liegen beide Parteien jeweils bei etwa 28 Prozent und damit gleichauf.
Auch die Übersicht der jüngsten Umfragen macht deutlich, wie offen der Wahlausgang ist: Am 5. März 2026 werden CDU und Grüne jeweils mit 28 Prozent geführt, während die AfD bei 18 Prozent, die SPD bei 8 Prozent sowie FDP und Linke jeweils bei rund 5,5 Prozent liegen. Bereits Ende Februar lag die CDU zwar noch leicht vorne, doch die Grünen konnten im Endspurt deutlich aufholen und den Abstand nahezu vollständig schließen. Diese Werte unterstreichen, dass bei der Baden-Württemberg-Wahl praktisch jedes Ergebnis möglich erscheint.
Rolle der anderen Parteien und mögliche Koalitionen
Neben CDU und Grünen spielt vor allem die AfD eine bedeutende Rolle, die in den aktuellsten Umfragen bei etwa 18 bis 20 Prozent liegt und damit klar drittstärkste Kraft ist. Die SPD kommt in den Erhebungen auf Werte um 7 bis 9 Prozent, während FDP und Linke jeweils um oder knapp über der Fünf-Prozent-Marke rangieren. Kleinere und Kleinstparteien erreichen zusammen einen nennenswerten Anteil, sind aber voraussichtlich nur in Ausnahmefällen für den Einzug in den Landtag relevant.
In der Koalitionsarithmetik gilt eine schwarz-grüne Regierung aus CDU und Grünen als derzeit wahrscheinlichste Variante, da beide Parteien zusammen auf eine komfortable Mehrheit kommen könnten. Eine sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP hätte laut Umfragen hingegen keine sichere Mehrheit. Bündnisse unter Beteiligung der AfD werden von den anderen Parteien klar ausgeschlossen, weshalb rechnerische Mehrheiten unter Einschluss der AfD politisch nicht in Betracht kommen. Damit rücken Konstellationen wie Schwarz-Grün oder eine von den Grünen geführte Koalition mit SPD und weiteren Partnern in den Fokus der Debatte.
Was die Baden-Württemberg-Wahl bundespolitisch bedeutet
Die Baden-Württemberg-Wahl am 8. März 2026 hat nicht nur für das Land selbst, sondern auch für die Bundespolitik Signalwirkung. Zum einen wird sich zeigen, ob die Grünen mit Cem Özdemir an der Spitze nach der Ära Kretschmann weiterhin ein südwestdeutsches Machtzentrum bilden können. Zum anderen testet die CDU mit Manuel Hagel, ob sie trotz eines knapper werdenden Vorsprungs und veränderter politischer Stimmungslagen wieder die Rolle der dominierenden Landespartei einnehmen kann.
Hinzu kommt, dass die Absenkung des Wahlalters und das neue zweistufige Wahlsystem Rückschlüsse darauf erlauben, wie Reformen des Wahlrechts die politische Partizipation verändern. Beobachter blicken daher gespannt nach Stuttgart, um aus dem Wahlausgang Trends für künftige Landtags- und Bundestagswahlen abzuleiten.
Quellen
Landtagswahl 2026 findet am 8. März statt
Letzte Umfragen vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Das ist der aktuelle Stand