Die Polizei hat am Wochenende fünf Männer festgenommen, die verdächtigt werden, einen Anschlag auf einen gut besuchten Weihnachtsmarkt in Deutschland geplant zu haben. Die Festnahmen erfolgten nach intensiven Ermittlungen der Landes- und Bundeskriminalbehörden, unterstützt vom Verfassungsschutz.
Nach Angaben der Ermittler soll die Gruppe in Online-Chats und verschlüsselten Kommunikationskanälen mögliche Anschlagsziele, Tatmittel und Zeitpunkte besprochen haben. Hinweise aus dem Ausland hätten schließlich zu den Durchsuchungen und Festnahmen geführt.
Polizeieinsatz in mehreren Bundesländern
Die Festnahmen erfolgten gleichzeitig in mehreren Städten. Spezialeinheiten sicherten Beweismaterial, darunter elektronische Geräte, Mobiltelefone und schriftliche Unterlagen. Sprengstoff oder Waffen seien bislang jedoch nicht gefunden worden.
Ein Sprecher des Landeskriminalamts erklärte, es gebe derzeit keinen konkreten Hinweis auf eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung. Dennoch habe man „sehr ernstzunehmende Vorbereitungen“ festgestellt, weshalb die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat eingeleitet habe.
Keine Entwarnung bei Weihnachtsmärkten
Angesichts der Festnahmen wurde die Polizeipräsenz auf mehreren Weihnachtsmärkten bundesweit erhöht. Innenministerien betonten, dass keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohung weiterer Veranstaltungen vorliegen, mahnten jedoch zur Wachsamkeit.
Sicherheitsbehörden erinnern daran, dass Großveranstaltungen in der Adventszeit regelmäßig Ziel potenzieller Anschlagspläne werden könnten. Seit dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz 2016 gelten verschärfte Sicherheitskonzepte und Zufahrtsbarrieren an Orten mit hoher Besucherfrequenz.
Ermittlungen dauern an
Die fünf Verdächtigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Über ihre Staatsangehörigkeit und mögliche Verbindungen zu extremistischen Netzwerken machten die Behörden auf Anfrage keine weiteren Angaben.
Der Generalbundesanwalt prüft, ob die Ermittlungen an sich gezogen werden. Bis dahin laufen die Untersuchungen in enger Abstimmung zwischen Landeskriminalämtern, dem BKA und der Bundesanwaltschaft weiter.
Quellen
Anschlagsziel Weihnachtsmarkt in Dingolfing: Diese Fakten sind bekannt
Dingolfing: Festnahmen wegen Anschlagsplan auf Weihnachtsmarkt


