Deutschland hat fünf Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, EU-Sanktionen gegen Russland massiv verletzt zu haben. Die Verhaftungen fanden in Lübeck und Umgebung statt und sind Teil einer bundesweiten Razzia.
Details der Festnahmen
Die Festgenommenen sind deutsche Staatsbürger, darunter zwei mit russischer und einer mit ukrainischer Doppelstaatsbürgerschaft. Der Hauptverdächtige, Nikita S., ein deutsch-russischer Unternehmer aus Lübeck, soll ein Netzwerk von Scheinfirmen betrieben haben.
Die Ermittlungen decken etwa 16.000 Lieferungen im Wert von mindestens 30 Millionen Euro auf, die seit 2022 an rund 24 russische Rüstungsunternehmen gingen. Russische Staatsstellen sollen hinter dem Netzwerk stehen.
Durchsuchungen und weitere Verdächtige
Neben Lübeck wurden Wohnungen in Frankfurt und Nürnberg durchsucht. Fünf weitere Verdächtige sind flüchtig. Die Zollkriminalamt und das Bundeskriminalamt waren an den Operationen beteiligt.
Die Beschuldigten werden wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz angeklagt. Am Dienstag sollen sie vor einen Untersuchungsrichter des Bundesgerichtshofs.
Hintergrund der Sanktionen
Die EU verhängte seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 strenge Exportbeschränkungen für Dual-Use-Güter und Rüstungskomponenten. Vizekanzler Lars Klingbeil betonte, Deutschland setze die Sanktionen konsequent durch.
Diese Aktion unterstreicht die anhaltende Bemühungen Europas, Sanktionslücken zu schließen und Russlands Kriegsmaschinerie zu schwächen.
Quellen
Deutschland verhaftet fünf Personen wegen Verstoßes gegen Russland-Sanktionen
Deutschland verhaftet fünf Personen, die verdächtigt werden, russische Unternehmen unter Verstoß gegen Sanktionen beliefert zu haben