Wadephul widerspricht Merz: Rückführungen nach Syrien laut Außenminister unzumutbar

20/11/2025
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Außenminister Johann Wadephul hat sich in letzter Zeit mit seiner kritischen Haltung zu den Rückführungen syrischer Flüchtlinge deutlich von Kanzler Friedrich Merz abgesetzt. Während der Kanzler betont, dass der Bürgerkrieg in Syrien beendet sei und daher Abschiebungen möglich sind, verweist Wadephul auf die katastrophale humanitäre Lage vor Ort. Er beschreibt Syrien als ein Land mit enormen Zerstörungen, vergleichbar mit dem Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, das für viele Flüchtlinge derzeit keine kurzfristige Rückkehrmöglichkeit bietet.

Differenzen bei der Syrien-Politik

Wadephul bleibt bei seiner Einschätzung, dass eine Rückkehr nach Syrien “kurzfristig nur sehr eingeschränkt möglich” sei und fordert eine nüchterne Betrachtung der Lage vor Ort, die sich insbesondere auf Infrastrukturzerstörungen und lebenswichtige Grundbedingungen bezieht. Diese Position führt zu Spannungen innerhalb der Union, vor allem mit der CSU, die eine schärfere Abschiebepolitik unterstützt, angeführt vom Bundesinnenminister. Der Kanzler hingegen hat öffentlich Wadephul unterstützt, sieht die unterschiedlichen Aussagen aber als zwei Seiten derselben Medaille in der Regierungspolitik.

Politische Reaktionen und Debatten

Die Äußerungen Wadephuls führten zu internen Diskussionen und parteiinternen Spannungen. Trotz teils heftiger Kritik bleibt Wadephul standhaft und nimmt keine Rücknahme seiner Aussagen vor. Vertreter von SPD und anderen Koalitionspartnern sehen ihn als Stimme einer interessen- und wertegeleiteten Außenpolitik, die auch schwierige Themen offen anspricht. Kanzler Merz sichert dem Außenminister öffentlich Rückendeckung zu, um zusätzliche Instabilität innerhalb der Regierung zu vermeiden.

Bedeutung für die deutsche Außenpolitik

Diese Meinungsverschiedenheiten zeigen die Balanceakte innerhalb der deutschen Bundesregierung zwischen humanitären Überlegungen und politischen Forderungen nach Rückführungen. Wadephuls Haltung verdeutlicht, wie außenpolitische Prioritäten und innenpolitischer Druck aufeinanderprallen und die Herausforderungen der Flüchtlings- und Abschiebepolitik im Fokus stehen

Quellen

Außenminister Wadephul stellt sich erneut gegen den Kanzler
Wadephul hält an Syrien-Einschätzung fest: “Es ist leider so, wie es ist”

Matthias Otto

Matthias Otto

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