Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot fordert, dass US-Botschafter Charles Kushner keinen direkten Kontakt mehr zu Regierungsmitgliedern erhält. Der Grund ist Kushners Ausbleiben bei einer Einbestellung im Außenministerium am Montagabend. Stattdessen ließ er sich von einem Botschaftsmitarbeiter vertreten, was Paris als “offensichtliches Unverständnis für die grundlegenden Erwartungen an einen Botschafter” bewertet.
Hintergrund: Tod des Aktivisten Quentin Deranque
Der Streit dreht sich um den gewaltsamen Tod des rechtsradikalen Aktivisten Quentin Deranque in Lyon. Die US-Botschaft teilte einen Post des US-Antiterror-Büros auf X, das den Fall als Beleg für “gewaltsamen Linksextremismus auf dem Vormarsch” darstellte. Frankreich lehnt diese Einmischung ab und betont, es brauche keine Belehrungen aus dem Ausland.
Diplomatische Eskalation und weitere Konflikte
Barrot hatte Kushner bereits einbestellt, um US-Kommentare zum Fall zu klären, doch der Botschafter erschien nicht. Zusätzlich kritisierte Frankreich US-Sanktionen gegen den Ex-EU-Kommissar Thierry Breton und Richter Nicolas Guillou. Kushner bleibt formell Botschafter, darf aber künftig nur über Vertreter kommunizieren
Quellen
Frankreich will US-Botschafter Kontakte verwehren
Frankreich bestellt im Streit um Fall Deranque US-Botschafter ein