Die russischen Behörden haben dem bekannten Investigativjournalisten Roman Anin die Staatsbürgerschaft entzogen. Anin, der in der Vergangenheit für seine Recherchen zu Kriegsverbrechen der russischen Armee in der Ukraine international Beachtung fand, galt bereits seit Jahren als einer der prominentesten Kritiker des Kremls. Seine Ausbürgerung markiert eine neue Eskalationsstufe im Umgang der russischen Regierung mit regimekritischen Stimmen.
Hintergrund: Ein Reporter im Visier des Kremls
Roman Anin ist Gründer des unabhängigen Medienprojekts „IStories“ und ehemaliger Reporter der Zeitung Nowaja Gaseta, deren Redaktion wiederholt Ziel staatlicher Einschüchterung war. Russische Ermittlungsbehörden hatten bereits 2021 seine Wohnung durchsucht und ihm „Verletzung der Privatsphäre“ vorgeworfen – ein Vorwand, der laut Beobachtern dazu diente, seine journalistische Arbeit zu behindern.
Mit dem Entzug der Staatsbürgerschaft verliert Anin nun auch formell seine Rechte in Russland. Der Schritt wurde laut Innenministerium mit „Staatsfeindlichkeit und Verleumdung der russischen Armee“ begründet.
Internationale Reaktionen und Kritik
Menschenrechtsorganisationen wie Reporter ohne Grenzen und Human Rights Watch verurteilten das Vorgehen scharf. Sie sehen darin einen weiteren Versuch, die Pressefreiheit in Russland endgültig zu ersticken. Die EU forderte Anin zufolge eine sofortige Rücknahme der Entscheidung und verwies auf internationale Verpflichtungen Russlands im Bereich der Meinungsfreiheit.
„Diese Maßnahme zeigt, dass der Kreml keine unabhängige Berichterstattung mehr toleriert“, erklärte ein Sprecher der Organisation Amnesty International.
Symbol eines autoritären Staates
Beobachter werten derartige Schritte als Teil einer breiteren Strategie, kritische Journalisten, Aktivisten und Oppositionelle entweder zum Schweigen zu bringen oder ins Exil zu treiben. Seit Beginn des Ukraine-Krieges hat Russland zahlreiche Medien verboten oder in das Register für „ausländische Agenten“ aufgenommen.
Quellen
Moskau reagiert hart: Roman Anin verliert die russische Staatsbürgerschaft
Angriff auf die Pressefreiheit: Russland macht Roman Anin staatenlos


