Das russische Justizministerium hat den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) kürzlich als „unerwünschte Organisation“ eingestuft, was einem faktischen Verbot des DAAD in Russland gleichkommt. Diese Entwicklung markiert einen weiteren Schritt in der Isolation der russischen Wissenschaft von internationalen Partnern.
Hintergrund des DAAD-Verbots
Am 10. Februar 2026 erklärte das russische Justizministerium den DAAD zur unerwünschten Organisation, ohne eine detaillierte Begründung anzugeben. Dadurch müssen alle DAAD-Büros in Russland, einschließlich des Büros in Moskau, geschlossen werden, und russische Bürger riskieren strafrechtliche Verfolgung bei Kontakten zur Organisation. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 hatte der DAAD bereits keine deutschen Stipendiaten mehr nach Russland geschickt, hielt aber Programme für russische Studierende nach Deutschland offen.
Reaktionen aus Deutschland
Bundesaußenminister Johann Wadephul verurteilte das DAAD-Verbot scharf und forderte Russland auf, die Entscheidung unverzüglich zurückzunehmen. Der DAAD selbst bedauert die Maßnahme und stellt seine Arbeit in Russland ein, betont jedoch, dass laufende Stipendien für russische Wissenschaftler in Deutschland fortgesetzt werden. Die Organisation steht im engen Austausch mit dem Auswärtigen Amt zu nächsten Schritten.
Auswirkungen auf den Akademischen Austausch
Das Verbot des DAAD in Russland behindert den internationalen Hochschulaustausch massiv und schottet russische Studierende und Forscher weiter ab. Hunderte Betroffene, darunter potenzielle Stipendiaten, sind nun von Förderungen ausgeschlossen, was langfristig die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Deutschland erschwert. Ähnliche Maßnahmen trafen zuvor Organisationen wie die Deutsche Welle oder Greenpeace.
Quellen
DAAD muss Russland verlassen
Russland erklärt deutschen Hochschulaustausch für unerwünscht