In Nigeria sind nach Angaben lokaler Behörden mindestens 28 Menschen von bewaffneten Angreifern entführt worden. Der Vorfall ereignete sich am Wochenende im nördlichen Bundesstaat Kaduna, einer Region, die bereits seit Jahren unter Angriffen bewaffneter Banden leidet. Laut Polizeiquellen hätten die Täter Dorfbewohner in den frühen Morgenstunden überfallen und mehrere Häuser geplündert, bevor sie mit den Geiseln in Richtung eines nahegelegenen Waldes flohen.
Hintergründe der Gewalt
Die Region Nordwest- und Nordzentralnigerias wird regelmäßig von sogenannten Banditenbanden heimgesucht, die Dörfer angreifen, Menschen entführen und Lösegeld fordern. Beobachter vermuten, dass wirtschaftliche Not, schwache staatliche Kontrolle und die Verfügbarkeit illegaler Waffen zur Eskalation der Situation beitragen. Auch Verbindungen zu islamistischen Gruppen wie Boko Haram und ISWAP können in manchen Fällen nicht ausgeschlossen werden.
Reaktion der Regierung
Die nigerianische Polizei leitete eine Suchaktion ein, während die Armee Drohnen und Aufklärungsteams einsetzt, um die Entführten aufzuspüren. Regierungssprecher betonten, dass man verstärkt gegen die zunehmenden Gewalttaten im Norden des Landes vorgehen wolle. Präsident Bola Tinubu steht wegen der wiederkehrenden Sicherheitskrisen zunehmend unter Druck.
Internationale Besorgnis
Internationale Menschenrechtsorganisationen fordern die nigerianische Regierung seit Langem auf, mehr zum Schutz der Zivilbevölkerung zu tun. Amnesty International bezeichnete die Entführungen in einer Erklärung als „inakzeptablen Angriff auf das Recht auf Sicherheit und Freiheit“.
Quellen
Bewaffnete verschleppen 28 Zivilisten in Nigeria: Behörden alarmiert
Neue Entführungswelle in Nigeria – Dutzende Menschen verschwunden