Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Aufstellung einer Bronzestatue des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke vor der CDU-Parteizentrale in Berlin als „vollkommen geschmacklos“ verurteilt. Die Aktion stammt vom Zentrum für Politische Schönheit (ZPS), das die CDU mahnen will, keine Kooperationen mit der AfD einzugehen. Merz äußerte sich bei einem Besuch im Roten Rathaus in Berlin.
Hintergrund der Aktion
Aktivisten des ZPS stellten am Dienstag die lebensgroße Bronzestatue des 2019 von einem Rechtsextremisten ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke vor dem Konrad-Adenauer-Haus auf. Lübcke wurde wegen seiner pro-migrantischen Haltung getötet; der Täter soll AfD-nah gewesen sein. Auf der Projektseite des ZPS heißt es: „Es gibt keine Machtoption für die AfD ohne die CDU“ – eine Anspielung auf historische Parallelen zu den 1930er Jahren.
Reaktionen aus der CDU
Berliner Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nannte die Installation ebenfalls „an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten“ und kritisierte die Genehmigung durch einen Bezirk. Die CDU spricht von Instrumentalisierung des Opfers und einer Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas. Weitere CDU-Politiker bezeichnen die Aktion als „schäbig, geschmacklos und widerlich“.
Ziele und Kontroversen
Das ZPS will mit dem „Walter-Lübcke-Memorial“ die CDU an ihre Verantwortung gegenüber Rechtsextremismus erinnern. Kritiker sehen darin eine unangemessene Nutzung von Lübckes Schicksal für politische Agenden, ohne Rücksprache mit der Familie. Die Installation ist offiziell genehmigt, doch Initiatoren droht juristischer Ärger.
Quellen
Merz nennt Lübcke-Statue “vollkommen geschmacklos”
Merz fällt vernichtendes Urteil über Lübcke-Statue


