Während einige Anhänger Nietzards Aussage als satirische Kritik am überzogenen Männlichkeitskult interpretieren, äußerten sich viele Politikerinnen und Politiker empört. Vertreter der Union bezeichneten die Äußerung als „geschmacklos“ und „unnötige Provokation“. In sozialen Medien entwickelten sich unter Hashtags wie #Nietzard und #BöllerGate hitzige Diskussionen.
Befürworter hingegen argumentieren, dass Nietzard mit ihrem Kommentar auf problematische gesellschaftliche Rollenbilder hinweise – insbesondere auf die Verbindung von „Männlichkeit“ und militärischer Stärke.
Nietzard verteidigt sich – „Ironie wird bewusst missverstanden“
In einem späteren Statement erklärte Nietzard, ihr Kommentar sei ironisch gemeint gewesen und solle auf die Doppelmoral in der Wehrpflicht-Debatte aufmerksam machen. Viele verstünden Satire nur, wenn sie „von Männern komme“, sagte sie auf X (ehemals Twitter).
Bereits 2024 hatte sie mit einem Silvesterspruch für Schlagzeilen gesorgt, in dem sie ähnliche Geschlechterrollen-Themen aufgegriffen hatte. Kritiker werfen ihr vor, gezielt Provokationen einzusetzen, um Aufmerksamkeit zu generieren.
Analyse: Provokation als politische Strategie
Nietzard steht für eine junge Generation linker Politikerinnen, die sich nicht scheuen, polemische Themen offen anzusprechen. Die bewusste Provokation ist Teil ihres Kommunikationsstils – sie erzeugt Reichweite, aber auch Polarisierung. In Zeiten sozialer Medien kann ein einziger Satz genügen, um eine bundesweite Debatte loszutreten.
Ob Nietzards jüngster Kommentar als missglückter Witz oder als feministische Pointe verstanden wird, bleibt strittig. Sicher ist nur: Die ehemalige Grünen-Jugend-Chefin hat es erneut geschafft, Aufmerksamkeit zu erregen – und die Gender-Debatte weiter anzuheizen.
Quellen
Nach Böller-Eklat: Jette Nietzard legt mit Männerwitz nach
Von Silvester bis Wehrdienst: Jette Nietzard teilt erneut gegen Männer aus