Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat die Bundesregierung und den Bundestag aufgefordert, die in den USA gelagerten deutschen Goldreserven schnellstmöglich nach Deutschland zu überführen. Ihrer Ansicht nach sei es „nicht länger vertretbar“, dass fast ein Drittel der nationalen Goldbestände weiterhin in New York lagert.
Laut der Deutschen Bundesbank betrug der deutsche Goldbestand zuletzt rund 3.355 Tonnen, wovon etwa 1.000 Tonnen in den Tresoren der US-Notenbank Federal Reserve Bank of New York gelagert werden.
Sicherheits- und Souveränitätsgründe im Vordergrund
Strack-Zimmermann argumentiert, dass die geopolitischen Spannungen und die weltweiten Verschiebungen der Machtverhältnisse eine vollständige Kontrolle über nationale Reserven erfordern. Sie verweist auf die zunehmende Unsicherheit in den internationalen Beziehungen und plädiert für eine strategische Neuausrichtung der deutschen Vermögenswerte.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte die Bundesbank einen Teil der Goldreserven aus dem Ausland – insbesondere aus Paris und New York – nach Frankfurt am Main zurückgebracht. Dennoch verbleibt heute noch ein erheblicher Anteil in den USA, was Kritiker als Abhängigkeit von ausländischen Institutionen sehen.
Historischer Hintergrund der Lagerung
Die Entscheidung, große Teile der Goldreserven in den USA und anderen westlichen Ländern zu lagern, geht auf die Zeit des Kalten Krieges zurück. Damals galt die Lagerung außerhalb Deutschlands als sicherer, um im Notfall schnellen Zugriff und internationalen Schutz zu gewährleisten.
Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Wandel der globalen Sicherheitslage wurde diese Praxis jedoch zunehmend hinterfragt. Mehrere politische Akteure fordern seit Jahren, dass alle deutschen Goldbestände vollständig auf heimischem Boden verwahrt werden sollen.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
Während FDP-Politikerin Strack-Zimmermann ihre Forderung mit dem Schutz der nationalen Vermögenswerte begründet, zeigen sich andere Parteien bisher zurückhaltend. Vertreter der SPD und CDU betonen, dass die Lagerung in den USA weiterhin strategische Vorteile biete – etwa beim Finanzhandel in US-Dollar.
Wirtschaftsexperten äußern zudem Bedenken, dass eine abrupte Rückführung logistisch schwierig und kostenintensiv wäre. Dennoch stößt Strack-Zimmermanns Vorstoß in Teilen der Öffentlichkeit auf Zustimmung, insbesondere bei Befürwortern einer stärkeren wirtschaftlichen Unabhängigkeit Deutschlands.
Quellen
Strack-Zimmermann fordert Überführung deutscher Goldreserven aus den USA
„Nicht länger vertretbar“: Strack-Zimmermann fordert Rückholung von Goldreserven aus den USA