Die deutsche Bundesregierung plant eine Reform der Filmförderung, die auch internationale Streaming-Plattformen wie Netflix, Amazon Prime und Disney+ stärker in die Pflicht nehmen soll. Nach dem Entwurf des sogenannten Netflix-Gesetzes sollen diese Anbieter eine Abgabe zur Finanzierung der nationalen Filmproduktion leisten. Ziel ist es, deutsche Produktionen zu stärken und Vielfalt im Filmmarkt zu sichern.
Weimers Kritik: Überregulierung und Wettbewerbsnachteil
Publizist und Medienunternehmer Wolfram Weimer warnt jedoch vor negativen Konsequenzen. In einem aktuellen Kommentar erklärt er, dass die geplante Streaming-Abgabe die Innovationskraft der Branche gefährden und Deutschland im internationalen Wettbewerb zurückwerfen könne. Statt kreativen Anreizen entstehe ein komplexes Geflecht aus Bürokratie und Kontrolle, das Produzenten und Investoren abschrecke.
Weimer sieht darin eine strukturelle Schwächung der deutschen Filmwirtschaft: Internationale Anbieter könnten ihre Produktionsaktivitäten in andere EU-Länder mit weniger regulatorischem Aufwand verlagern.
Reaktionen aus der Branche
Auch Vertreter der Filmindustrie reagieren gespalten. Während einige Produzenten die zusätzliche Finanzierung begrüßen, warnen andere vor einem Rückgang privater Investitionen. Besonders kleine Studios und unabhängige Filmschaffende könnten laut Branchenverbänden unter den bürokratischen Anforderungen leiden.
Einordnung im europäischen Kontext
Deutschland folgt mit seinem Gesetzesvorhaben ähnlichen Modellen in Frankreich und Italien, wo Streaming-Dienste bereits verpflichtende Investitionsquoten und Abgaben entrichten müssen. Kritiker bemängeln allerdings, dass die deutsche Lösung weniger flexibel gestaltet sei und kaum Anreize für originäre Co-Produktionen mit heimischen Talenten biete.
Ausblick
Der Bundestag wird voraussichtlich Anfang 2026 über den Gesetzentwurf beraten. Weimer fordert, das Konzept grundlegend zu überdenken und stärker auf Marktmechanismen, internationale Kooperationen und steuerliche Anreize zu setzen, statt auf neue Abgaben und Regulierungen.
Quellen
Wolfram Weimer kritisiert neues Netflix-Gesetz: Gefahr für deutsche Filmkultur
Netflix-Gesetz spaltet Branche: Weimer warnt vor fatalen Auswirkungen auf Filmförderung