Die Bundesregierung hat im Jahr 2025 erstmals eine umfassende Weltraumsicherheitsstrategie verabschiedet. Ziel ist es, Deutschlands Fähigkeiten im All erheblich auszubauen, um auf die wachsenden geopolitischen Bedrohungen zu reagieren. Der Weltraum wird zunehmend als sicherheitsrelevanter Raum gesehen, in dem kritische Satelliteninfrastruktur und Kommunikationstechnologie vor Angriffen und Störungen geschützt werden müssen. Die Strategie wurde ressortübergreifend vom Auswärtigen Amt und dem Verteidigungsministerium erarbeitet und sieht den Ausbau von Frühwarnsystemen, Überwachungsinstrumenten und durchdachter internationaler Kooperation vor.
Milliarden-Investitionen und moderne Technologien
Bis zum Jahr 2030 plant die Bundesregierung Investitionen von rund 35 Milliarden Euro für Weltraumprojekte. Diese Mittel fließen in neue Satellitenkonstellationen für Frühwarnung, Aufklärung und Kommunikation sowie in die harte Sicherung gegen elektromagnetische Impulse und Cyberangriffe. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung sogenannter „Wächtersatelliten“ und Raumgleiter, die Manipulations- und Angriffsversuche frühzeitig erkennen und abwehren sollen. Mit innovativen Technologien wie Dual-Use-Systemen (zivil und militärisch nutzbar) soll zudem die technologische Souveränität gestärkt werden. Die Bundeswehr plant den Ausbau ihres Weltraumkommandos, das seit 2021 besteht, als zentrale militärische Einrichtung im All.
Militärische Abschreckung und Handlungsfähigkeit im Weltraum
Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte mehrfach, dass Deutschland auch offensive Fähigkeiten im All erörtern muss, um im Notfall abschreckend und handlungsfähig zu sein. Zwar werden bisher keine „Killersatelliten“ geplant, doch ist die Fähigkeit zur Abschreckung und zur Abwehr von Bedrohungen – etwa durch potenzielle Gegenspieler wie Russland und China – ein wichtiger Bestandteil der neuen Strategie. Die Sicherheit aller im All betriebenen Systeme, inklusive Cybersicherheit, steht im Fokus. Die Strategie sieht auch den Aufbau gesicherter Transportkapazitäten ins All vor, unter anderem durch einen Mix aus kleinen Trägerraketen für flexible Einsätze.
Kooperation mit Industrie und Start-ups
Einweiterer wichtiger Aspekt der Strategie ist die Förderung von Forschung und Zusammenarbeit mit der Raumfahrtindustrie sowie innovativen Start-ups. Diese sollen verstärkt in der Entwicklung und Bereitstellung von Technologien einbezogen werden, die für die Verteidigung und Sicherung der Weltrauminfrastruktur notwendig sind. Ziel ist es, „Made in Germany“ bei Schlüsseltechnologien zu stärken und eine widerstandsfähige, vielfältig vernetzte Satelliteninfrastruktur zu schaffen. Die Bundesregierung setzt auf ein Zusammenspiel zwischen ziviler und militärischer Forschung, um Synergien zu nutzen und die Innovationskraft zu fördern.
Quellen:
So will die Bundesregierung im All aufrüsten
Bundesregierung stellt Strategie für Weltraumsicherheit vor