Die AfD hat im November 2025 mit „Generation Deutschland“ ihre neue Jugendorganisation gegründet, nachdem die „Junge Alternative“ (JA) als gesichert rechtsextrem eingestuft und aufgelöst wurde. Experten sehen trotz neuer Struktur starke Kontinuitäten in Personal und Inhalten, die auf anhaltende Radikalität hindeuten. Der Verfassungsschutz beobachtet die Entwicklungen kritisch.
Auflösung der Jungen Alternative
Die JA wurde 2023 vom Bundesamt für Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch klassifiziert, da sie einen völkisch-nationalen Volksbegriff vertrat und ausländerfeindlich agitierte. Gerichte wie das OVG Münster und das VG Köln bestätigten diese Einstufung. Die Auflösung im März 2025 diente der AfD laut Beobachtern dazu, ein drohendes Verbot zu umgehen und mehr Kontrolle zu erlangen.
Gründung von „Generation Deutschland“
Am 29. November 2025 fand der Gründungskongress in Gießen statt, unter massiven Protesten mit über 25.000 Teilnehmern. Jean-Pascal Hohm, als rechtsextrem eingestuft und mit 90,4 Prozent zum Vorsitzenden gewählt, betont Parteiloyalität, doch Kritiker sehen Kontakte zu extremistischen Netzwerken. Mitgliedschaft erfordert AfD-Mitgliedschaft, um Durchgriff zu sichern.
Kontinuitäten in Radikalität
Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze beschreibt „Generation Deutschland“ als „mindestens radikal bis extrem“, mit Personalkontinuitäten aus der JA und Themen wie Remigration. Die Organisation bemüht sich um „strategische Mäßigung“ im Ton, bleibt aber am „Extremrand“. Netzwerke zur Identitären Bewegung und Höcke-Anhänger prägen den Kurs.
Einschätzungen und Ausblick
Experten warnen, dass die neue Struktur die AfD vor Schäden schützt, ohne Radikalisierung zu stoppen. Hohm weist Extremismusvorwürfe zurück, doch Proteste und Verfassungsschutzbeobachtung signalisieren anhaltende Kontroversen. Die Normalisierung rechter Positionen bei Jugendlichen könnte die Organisation stärken.
Quellen
Wie radikal die neue AfD-Jugend wirklich ist
Hohm als AfD-Jugend-Chef: Radikaler Kurs oder Parteikontrolle

