Franz Josef Wagner, der berühmte Kolumnist der „Bild“-Zeitung, starb im Oktober 2025 im Alter von 82 Jahren in Berlin. Seine tägliche „Post von Wagner“ war ein fester Bestandteil des deutschen Boulevard-Journalismus und polarisierte Millionen Leser. Der Axel-Springer-Verlag würdigte ihn als einen seiner kreativsten Köpfe.
Frühes Leben und Ausbildung
Franz Josef Wagner wurde am 7. August 1943 in Olmütz (heutiges Tschechien) als Kind sudetendeutscher Eltern geboren. Nach der Vertreibung wuchs er in Regensburg auf, besuchte eine Klosterschule, verließ sie jedoch ohne Abitur und arbeitete in Gelegenheitsjobs in Genf und Paris. Sein Einstieg in den Journalismus erfolgte durch ein Volontariat bei der „Nürnberger Zeitung“ in den 1960er Jahren.
Karriere-Highlights beim Axel-Springer-Verlag
Ab 1966 berichtete Wagner als Kriegsreporter aus dem Jom-Kippur-Krieg und Vietnam für „Bild“ und wurde Chefreporter. 1998 wurde er Chefredakteur der „B.Z.“, verlor den Posten 2000 nach einer kontroversen Schlagzeile über Franziska van Almsick („Franzi van Speck – als Molch holt man kein Gold“). Ab 2001 schrieb er die Kolumne „Post von Wagner“ auf Seite 2 der „Bild“, die mit „Herzlichst, Ihr F. J. Wagner“ endete und ihm 2002 die Goldene Feder einbrachte.
Stationen beim Burda-Verlag und Skandale
Von 1988 bis 1997 war Wagner beim Hubert-Burda-Verlag: Chefredakteur der „Bunte“ (1990–1996), Entwickler von „Elle“ und „Superillu“ sowie erster Chefredakteur der kurzlebigen „Super!“. Ein gefälschtes Tom-Cruise-Interview in der „Bunte“ führte zu einer Millionenklage, die jedoch fallen gelassen wurde. Sein chaotischer Führungsstil und provokante Schlagzeilen sorgten für Kontroversen.
Stil, Kritik und Vermächtnis
Wagners bissiger, volkstümlicher Stil brachte ihm Spitznamen wie „Gossen-Goethe“ ein, während Kritiker ihn als „Lügen-Wagner“ oder cholerisch brandmarkten. Er wurde mehrmals verurteilt, z. B. 2009 zu 10.000 Euro Schadensersatz wegen Beleidigung von Eva Herman. Als Autor schrieb er Bestseller wie „Das Ding“ (1978) und Ghostwriter-Bücher für Udo Jürgens, Franz Beckenbauer und Boris Becker; sein Erbe prägt den Boulevard bis
Quellen
Lieber Franz Josef Wagner,
Legendärer Kolumnist Franz Josef Wagner mit 82 verstorben


