Im laufenden Block-Prozess in Hamburg vor dem Landgericht sorgen die Verteidiger für Aufsehen: Eine Flut von Anträgen verzögert das Verfahren und schafft potenziell Revisionsgründe. Strafrechtsexperte Paul Vogel, ein bekannter Promi-Anwalt, analysiert diese Taktik detailliert. Ziel ist es, den Fall bis zur letzten Instanz zu tragen.
Der Hintergrund des Block-Prozesses
Der Prozess dreht sich um die Entführung der Kinder der Unternehmerin Christina Block an Silvester 2023/24. Die Verteidigung von Block und Mitangeklagten, darunter Familienanwalt Marko Voß, beantragt wiederholt die Einstellung des Verfahrens. Am 33. Verhandlungstag kritisierte Anwalt Ingo Bott eine Beeinflussung von Zeugen durch Medienberichte.
Die Taktik: Flut mit Anträgen
Die Verteidiger fluten das Gericht gezielt mit Anträgen, um Prozessfehler zu provozieren. Experte Vogel sieht drei Motive: Verzögerung, Dokumentation von Unregelmäßigkeiten und Schaffung von Revisionsgründen. So wird eine Selbstleseanordnung angefochten, da Dokumente öffentlich vorgelesen werden sollen.
Experten-Einschätzung von Paul Vogel
Promi-Anwalt Paul Vogel erklärt: Die Strategie dient der Produktion von Revisionsgründen durch Überlastung des Gerichts. Bott argumentiert, Zeugenaussagen würden zu “Gruppenarbeit” durch Medieneinfluss. Eine objektive Wahrheitsfindung sei gefährdet.
Auswirkungen auf den Prozess
Durch Hunderte Anträge zieht sich der Prozess in die Länge, was die Prozessökonomie belastet. Befangenheitsanträge gegen die Richterin wurden gestellt. Die Taktik könnte den Fall bis zum Bundesgerichtshof tragen.
Quellen
So viele Anträge! Experte erklärt Taktik der Verteidiger im Block-Prozess
Zeugen beeinflusst? Block-Anwalt will Verfahrens-Einstellung