Der deutsche Chemiekonzern Bayer hat in dem langjährigen Rechtsstreit um mögliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup Unterstützung von der US-Regierung erhalten. Der Generalanwalt der Trump-Administration forderte den Obersten Gerichtshof der USA auf, den Fall anzunehmen, und betonte, dass Bundeszulassungen durch die EPA nicht durch Klagen einzelner Bundesstaaten unterlaufen werden dürfen. Bisher hat Bayer über zehn Milliarden Euro für Vergleichszahlungen ausgegeben, weitere Klagen belasten den Konzern weiter.
Hintergrund des Glyphosat-Streits
Glyphosat, der Wirkstoff in Roundup, steht seit Jahren im Fokus von Tausenden Klagen, in denen Betroffene Krebs, insbesondere Non-Hodgkin-Lymphome, geltend machen. Die EPA hat wiederholt festgestellt, dass Glyphosat beim Menschen nicht krebserregend ist und keine Warnhinweise auf den Etiketten vorgeschrieben sind. Bayer argumentiert, dass staatliche Klagen das Bundesrecht verletzen, was zu widersprüchlichen Urteilen bei Berufungsgerichten führte.
Rolle der US-Regierung
Der Solicitor General unterstützt Bayers Position explizit und warnt, dass Jury-Urteile die wissenschaftlichen Bewertungen der EPA untergraben könnten. In einem Schreiben an den Supreme Court wird gefordert, Klarheit zu schaffen, dass Hersteller nicht zusätzliche Warnungen leisten müssen. Bayer-Chef Bill Anderson begrüßte dies als wichtigen Schritt für Landwirte und regulatorische Sicherheit.
Auswirkungen auf Bayer-Aktie und Strategie
Nach der Bekanntgabe stieg die Bayer-Aktie auf ein Jahreshoch, da Anleger eine Eindämmung der Klagewelle erwarten. Ein Erfolg vor dem Supreme Court könnte Bayer von vielen laufenden Prozessen befreien; parallel plant der Konzern, Glyphosat in US-Privatprodukten einzustellen. Dennoch laufen Tausende Fälle weiter, trotz bisheriger Vergleiche.
Quellen
Bayer erhält im Glyphosat-Streit Unterstützung von US-Regierung
US-Regierung unterstützt den Pharmakonzern im Glyphosat-Streit