Verlassene Öltanker treiben als rostende Riesen durch die Ozeane und bergen enorme Risiken für Umwelt und Schifffahrt. Diese „Geisterschiffe“ entstehen oft durch illegale Praktiken wie die Flucht vor Abrisskosten oder Sanktionen.
Ursachen der Verlassenheit
Schiffseigner lassen alte Tanker im internationalen Gewässer zurück, um Kosten für Recycling und Haftung zu vermeiden. Viele gehören zur „Schattenflotte“ Russlands, die Sanktionen umgeht, indem sie veraltete Schiffe ohne klare Eigentumsverhältnisse nutzt.
Diese Tanker verlieren oft Namen, Flaggen und Transponder, was sie zu unsichtbaren Gefahren macht. Maritime Gesetze der Internationalen Maritime Organization (IMO) greifen hier nur begrenzt, da Verantwortliche unauffindbar sind.
Umweltgefahren im Fokus
Ein Leck kann Millionen Barrel Öl freisetzen und Ökosysteme zerstören, wie beim brennenden Tanker vor Jemen mit über einer Million Barrel Rohöl. Kontamination von Grundwasser, Boden und Meeresleben führt zu langfristigen Schäden an Wildlife und Pflanzen.
Im Schwarzen Meer verursachten 2024 zwei russische Tanker einen Spill von 4.000 Tonnen Öl, das sich im Sediment festsetzt und Fischbestände bedroht. Schwere Öle wie Mazut verursachen Massensterben von Vögeln und Bodenorganismen.
Bekannte Vorfälle und Beispiele
Vor Jemen droht der verlassene Tanker eine Katastrophe im Roten Meer, die Yemen und Nachbarländer trifft. In der Ostsee sicherte Deutschland 2025 den „Eventin“ aus der Schattenflotte, der mit 100.000 Tonnen Öl trieb.
Der Kertsch-Straße-Unfall 2024 zeigte, wie Sturm und mangelnde Reaktion die Säuberung erschweren. Weltweit könnten 8.500 Wracks 6 Milliarden Gallonen Öl leaken.
Rechtliche und globale Herausforderungen
Küstennationen, oft im Globalen Süden, tragen die Kosten für Überwachung und Bergung. Aufrufe von Greenpeace fordern Sanktionen gegen Schattenflotten und bessere internationale Standards.
Deutschland konfiszierte Tanker wie den Eventin, um Sicherheitsrisiken zu mindern. Experten warnen vor wachsenden „ökologischen Zeitbomben“ durch alternde Flotten.
Quellen
Die schattenhafte Welt der verlassenen Öltanker
Ukraine-Symposium – Öltanker als „ökologische Zeitbomben“ oder nicht?