Nach wochenlangen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela haben US-Truppen Berichten zufolge die Kontrolle über zentrale Regierungseinrichtungen in Caracas übernommen. Der bisherige Präsident Nicolás Maduro wurde abgesetzt, nachdem sich ein Teil des venezolanischen Militärs auf die Seite der US-Streitkräfte gestellt hatte. Washington spricht von einer „notwendigen Intervention“, um „die demokratische Ordnung wiederherzustellen“ und Menschenrechtsverletzungen zu verhindern.
Internationale Beobachter äußern dagegen Kritik an der von den USA initiierten Aktion. Sie verweisen auf die völkerrechtlichen Risiken sowie die historischen Parallelen zu früheren US-Interventionen in Lateinamerika.
Wirtschaftliche Interessen im Vordergrund?
US-Präsident Donald Trump kündigte unmittelbar nach der Machtübernahme an, dass amerikanische Energieunternehmen in Venezuela investieren werden. Insbesondere die Ölindustrie, die zuvor stark unter Sanktionen und Misswirtschaft gelitten hatte, soll rasch privatisiert und neu strukturiert werden.
Kritiker sehen darin den eigentlichen Beweggrund des Eingreifens: den Zugang zu den riesigen venezolanischen Ölreserven. Laut Analysten könnte die US-Regierung versuchen, eine politisch stabile, wirtschaftlich abhängige Regierung zu etablieren, die Washingtons Energieinteressen langfristig sichert.
Internationale Reaktionen
Die Vereinten Nationen haben eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die Situation in Venezuela zu bewerten. Während einige westliche Staaten die Intervention als „Schritt zur Stabilisierung“ begrüßen, sprechen Russland, China und mehrere lateinamerikanische Länder von einem „Verstoß gegen die Souveränität“.
Die Europäische Union zeigt sich gespalten: Einige Mitglieder plädieren für eine UN-geleitete Übergangsphase, während andere eine direkte Einmischung ablehnen.
Die Lage der Bevölkerung
In Caracas und anderen Städten herrscht nach dem Machtwechsel angespannte Ruhe. Viele Venezolaner hoffen auf wirtschaftliche Erholung, doch die Angst vor einer lang anhaltenden Fremdverwaltung bleibt groß. Menschenrechtsorganisationen fordern, dass die Zivilbevölkerung in die politischen Prozesse eingebunden wird, um eine dauerhafte Stabilität zu gewährleisten.
Quellen
USA wollen Venezuela vorerst selbst regieren
Trump sagt, die USA würden Venezuela „leiten“ und „die Ölinfrastruktur reparieren“

