Hintergrund der Familie und des Angeklagten
Marius Borg Høiby (29) ist der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit aus einer früheren Beziehung und Stiefsohn von Kronprinz Haakon, der als “Bonusprinz” bekannt ist, da er keinen königlichen Titel trägt. Der Prozess, der bis Mitte März dauern soll, markiert einen der größten Skandale in der Geschichte des norwegischen Königshauses. Høiby weist die schwersten Vorwürfe zurück, hat aber Teile wie Drogenbesitz und Gewalt unter Alkoholeinfluss eingeräumt.
Die Anklagepunkte im Detail
Der 29-Jährige wird in insgesamt 38 Punkten angeklagt, darunter vier Fälle von Vergewaltigung, bei denen Opfer angeblich im Schlaf oder betrunken missbraucht wurden, Körperverletzung, Misshandlung in engen Beziehungen, Sachbeschädigung, Drogenhandel (u.a. 3,5 kg Marihuana) und Verkehrsdelikte. Nur zwei Tage vor Prozessbeginn wurde Høiby am 1. Februar erneut festgenommen wegen Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und Verstoß gegen ein Kontaktverbot, weshalb er in Untersuchungshaft bleibt und heute aus dem Gefängnis vor Gericht erscheint. Bei Verurteilung drohen bis zu zehn Jahre Haft oder mehr.
Der Skandal und seine Auswirkungen
Die Vorwürfe reichen bis 2024 zurück und haben das Image der Monarchie erschüttert; Norwegen kämpft zudem mit steigender Häuslichkeitsgewalt, wobei jede zehnte Frau betroffen ist. Staatsanwalt Sturla Henriksbø betonte, dass Høibys königlicher Hintergrund keine Milderung bringe. Der Prozess wird vier Verhandlungstage pro Woche umfassen und könnte die Familie der Kronprinzessin nachhaltig belasten.

