Fast jedes fünfte Kind weltweit lebt in extremer Armut und verfügt über weniger als 2,15 US-Dollar pro Tag. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht von UNICEF und der Weltbank hervor. Demnach betrifft diese Armut rund 400 Millionen Kinder unter 18 Jahren – Tendenz steigend, insbesondere in den ärmsten Regionen Afrikas und Südasiens.
Die Organisationen sprechen von einem „alarmierenden Rückschlag“ im Kampf gegen die Armut. Während die globale Armutsquote in den Jahren vor der Pandemie leicht gesunken war, habe die COVID-19-Krise viele Fortschritte zunichtegemacht.
Ursachen und regionaler Schwerpunkt
Besonders betroffen sind Länder in Subsahara-Afrika. Dort lebt laut Bericht mehr als jedes dritte Kind in extremer Armut. Hauptgründe sind anhaltende Konflikte, der Klimawandel, steigende Lebenshaltungskosten und der unzureichende Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.
In Südasien haben besonders Pakistan, Indien und Bangladesch mit strukturellen Armutsproblemen zu kämpfen. Trotz wirtschaftlichen Wachstums profitieren Kinder oft nicht von Wohlstandsgewinnen, da soziale Sicherungssysteme schwach sind.
Folgen für Bildung und Entwicklung
Die Armut hat gravierende Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder. Laut UNICEF sind Kinder aus armen Familien häufiger von Unterernährung betroffen und haben geringere Chancen auf Schulbildung. Langfristig führt dies zu einem Teufelskreis aus Benachteiligung, der sich über Generationen fortsetzt.
Ökonominnen warnen zudem vor den makroökonomischen Folgen: Ein großer Anteil unterversorgter Kinder bedeute, dass ganze Gesellschaften ihr langfristiges Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen können.
Appell an Regierungen und internationale Gemeinschaft
UNICEF und die Weltbank fordern eine gezielte Ausweitung sozialer Schutzprogramme. Dazu zählen Bargeldtransfers, kostenlose Bildung, Gesundheitsdienste und Maßnahmen gegen Kinderarbeit. Länder mit niedrigem Einkommen bräuchten dringend internationale Unterstützung, um diese Programme umzusetzen.
Beide Organisationen betonen, dass Kinderarmut nicht nur ein moralisches, sondern auch ein wirtschaftliches Problem sei. Investitionen in Kinder seien Investitionen in die Zukunft – für Wohlstand, Stabilität und Frieden.
Quellen
UNICEF-Bericht: Jedes fünfte Kind lebt in extremer Armut
Fast jedes fünfte Kind weltweit lebt in extremer Armut


