Das kleine spanische Dorf Sodeto in Aragonien wurde 2011 weltberühmt, als fast alle 250 Einwohner bei der Weihnachtslotterie „El Gordo“ Millionen Euro gewannen. Insgesamt floss über 100 Millionen Euro in den Ort zwischen Saragossa und Huesca, da der örtliche Hausfrauenverein Lose im Kiosk verkauft hatte. Jede Familie sicherte sich mindestens 100.000 Euro, was das Dorf als „Millionärsdorf“ bekannt machte.
Bescheidener Luxus statt Prunk
Trotz des enormen Gewinns zeigt Sodeto wenig äußeren Reichtum: Keine Luxusautos oder Villen prägen das Bild. Die Bewohner zahlten Schulden ab, renovierten Häuser und investierten in Landwirtschaft, wie bessere Traktoren oder Ställe für 2.000 Schweine. „Luxus bedeutet hier ein größeres Sofa oder ein besseres Bewässerungssystem“, erklärten Einheimische.
Der Pechvogel des Dorfes
Nur ein Bewohner ging leer aus: Der Grieche Costis Mitsotakis, der außerhalb wohnte und kein Los kaufte. Während das Dorf feierte, blieb er der „ärmste unter Millionären“ – später spendeten Nachbarinnen ihm 15.000 Euro für einen Film. Diese Anekdote unterstreicht die enge Dorfgemeinschaft.
Langfristige Folgen für Sodeto
Der Gewinn stoppte die Abwanderung junger Familien; neue Häuser entstanden am Dorfrand. Die Mentalität wandelte sich: Früher teilten sich Nachbarn Traktoren, heute kauft jeder seinen eigenen. Gegründet in den 1950er-Jahren als Siedlungsprojekt unter Franco, profitiert Sodeto bis heute von der Lotterieglück.
Quellen
Das Dorf der Lotto-Millionäre
Ein Dorf voller Millionäre – nur einer geht leer aus