Mehrheit der Afghanen will auf zugesagte Aufnahme nicht verzichten

23/01/2026
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Die Bundesregierung hat Afghaninnen und Afghanen, die ursprünglich eine Aufnahmezusage nach Deutschland erhalten hatten, eine finanzielle Entschädigung angeboten, falls sie auf dieses Recht freiwillig verzichten. Ziel des Angebots war es, die Umsetzungsprobleme des Aufnahmeprogramms zu reduzieren. Doch laut einem Bericht von „Spiegel“ und „Tagesschau“ stößt die Maßnahme nur auf begrenzte Resonanz.

Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen lediglich rund ein Viertel der Betroffenen das Angebot bisher angenommen haben. Die meisten Afghanen lehnen den Verzicht ab, weil sie weiterhin auf eine sichere Ausreise nach Deutschland hoffen.

Hintergrund: Langsamer Fortschritt beim Aufnahmeprogramm

Das Aufnahmeprogramm für gefährdete Afghaninnen und Afghanen war im Oktober 2022 gestartet worden. Es richtet sich insbesondere an ehemalige Mitarbeiter internationaler Organisationen, Menschenrechtsaktivisten sowie Frauen, die unter der Taliban-Herrschaft besonders gefährdet sind. Allerdings sind die bürokratischen Abläufe und Sicherheitsprüfungen zeitaufwendig und von organisatorischen Hürden geprägt.

Angesichts der schleppenden Verfahren hatte das Auswärtige Amt eine finanzielle Alternative geschaffen: Wer freiwillig auf seine Aufnahmezusage verzichtet, erhält eine einmalige Entschädigung. Die genaue Höhe wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich genannt, soll sich laut Medienberichten aber zwischen 1.000 und 2.500 Euro bewegen.

Kritik von Hilfsorganisationen

Hilfsorganisationen und Menschenrechtsverbände äußerten erhebliche Kritik an dem Vorgehen der Bundesregierung. Vertreter von Pro Asyl und anderen NGOs sprechen von einer „unzumutbaren Lösung“, die den Betroffenen keine echte Perspektive biete. Viele Afghaninnen und Afghanen hätten unter dem Taliban-Regime massive Repressalien zu befürchten – daher sei eine Zahlung kein angemessener Ersatz für Schutz und Sicherheit.

Fazit

Das Angebot der Bundesregierung, Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage eine Entschädigung für den Verzicht anzubieten, hat bisher wenig Erfolg gezeigt. Die große Mehrheit möchte weiterhin nach Deutschland ausreisen – trotz der langwierigen und unsicheren Verfahren.
Der politische Druck wächst, das Aufnahmeprogramm effizienter und transparenter zu gestalten.

Quellen

Großteil von Afghanen lehnt Geld für Aufnahmeverzicht offenbar ab
Afghanen wollen Schutz statt Geld

Matthias Otto

Matthias Otto

Hallo, mein Name ist Matthias Otto und ich arbeite als Autor bei Investorbit.de. Dort schreibe ich regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und digitale Trends. Mein Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und meinen Lesern fundierte Einblicke in die Welt der Investments zu bieten. Wenn ich nicht gerade recherchiere oder Artikel verfasse, beschäftige ich mich gerne mit neuen Entwicklungen im Online-Journalismus und digitalen Marketing.

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