Shinzo Abe, Japans längster amtierender Premierminister, wurde am 8. Juli 2022 während einer Wahlkampfrede in Nara von Tetsuya Yamagami mit einer selbstgebauten Schusswaffe ermordet. Der 45-Jährige feuerte zwei Schüsse ab, die Abe in Nacken und Brust trafen; der Politiker brach zusammen und starb kurz darauf im Krankenhaus. Der Vorfall löste weltweites Entsetzen aus, da
Das Urteil des Gerichts
Am 21. Januar 2026 verurteilte das Bezirksgericht Nara Tetsuya Yamagami zu lebenslanger Haft. Yamagami hatte sich bereits im Oktober 2025 schuldig bekannt und bekannte: „Alles ist wahr, es gibt keinen Zweifel, dass ich es getan habe.“ Staatsanwälte forderten die Höchststrafe wegen der Schwere der Tat, während die Verteidigung maximal 20 Jahre forderte; das Gericht folgte der Anklage.
Motiv: Hass auf die Einigungs-Kirche
Yamagami motivierte seinen Hass auf die umstrittene südkoreanische Einigungs-Kirche (Unification Church), deren Verbindungen zu Abe und der LDP er aufdecken wollte. Seine Mutter hatte durch Spenden an die Sekte die Familie ruiniert; ursprünglich plante er, den Kirchenführer zu töten, wandte sich aber Abe zu, da dieser leichter erreichbar war. Der Fall enthüllte enge Politik-Kirchen-Verbindungen und führte zu Rücktritten von Ministern sowie strengeren Spendengesetzen.
Öffentliche Reaktion und Folgen
Das Urteil spaltet die japanische Öffentlichkeit: Viele fordern die Todesstrafe, andere sehen mildernde Umstände durch Yamagamis Schicksal als Kind einer Kirchenanhängerin. Der Mord führte zu verbessertem Personenschutz für Politiker und intensiven Untersuchungen der Kirche. Abe, bekannt für „Abenomics“ und assertive Außenpolitik, bleibt eine Ikone der japanischen Politik.
Quellen
Lebenslange Haftstrafe für Mann, der Japans ehemaligen Premierminister Shinzo Abe ermordet hat
Der Mörder des ehemaligen japanischen Premierministers Abe wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
