Im dramatischen Endspurt der 3. Liga kämpft Energie Cottbus um den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga, doch Trainer Claus-Dieter Wollitz sieht rote – und das nicht nur wegen der Tabelle. Seine scharfe Kritik an Schiedsrichter Robert Kampka nach der 1:2-Niederlage beim MSV Duisburg hat eine Debatte über Fairness und Druck in der Liga entfacht.
Aufstiegsrennen auf Messers Schneide
Energie Cottbus steht trotz starker Saisonleistung mit 66 Punkten nach 36 Spieltagen auf Platz 2, punktgleich mit Duisburg, während Osnabrück führt. Spiele wie gegen Hansa Rostock oder SSV Ulm 1846 haben gezeigt, wie hart um jeden Zähler gerungen wird – und wie solche Duelle die Tabelle prägen. Wollitz’ Team hat in der Rückrunde durch Sperren wie bei Tolcay Cigerci und Axel Borgmann gelitten, was die Rotation erschwert.
Der Auslöser: Kampkas umstrittene Linie
Wollitz’ Vorwürfe zielen auf Kampkas einseitige Kommunikation und milde Behandlung von Duisburgs Rasim Bulic ab, im Kontrast zu Cottbus’ Kartenlawinen. Der erfahrene Pfiffi aus Köln, der nach dieser Saison aufhört, ließ laut Wollitz eine “eine Seite begleiten”, was zu einer “obligatorischen Gelben” für den Coach führte. Experten sehen hier ein Muster: In engen Aufstiegsrunden häufen sich solche Kontroversen, da Schiris unter enormem Druck stehen – denkbar ungünstig für Teams wie Cottbus.
Warum das die Liga erschüttert
Solche Entscheidungen kosten nicht nur Punkte, sondern auch Nerven: Wollitz rechnet mit 68 statt 66 Zählern, was den Unterschied zum Aufstieg bedeuten könnte. Für den Ostdeutschen Traditionsklub geht’s um mehr als Sport – um Identität und Fanträume in der Lausitz. Die Debatte beleuchtet ein Kernproblem der 3. Liga: Fehlende VAR-Unterstützung verstärkt subjektive Einschätzungen, was zu Ungleichgewichten führt.
Blick voraus: Wiesbaden als Rettung?
Am Samstag (14 Uhr) empfängt Energie Cottbus den SV Wehen Wiesbaden vor ausverkauftem Haus – ein Must-win, um Duisburg und Osnabrück zu überholen. Trotz Sperren setzt Wollitz auf Spieler mit “außergewöhnlicher Leistung”, um den “Traum” zu leben. Langfristig könnte diese Affäre den DFB zu strengeren Richtlinien drängen, inklusive besserer Schiedsrichterausbildung. Für Cottbus heißt’s nun: Fokussieren, siegen – und hoffen, dass Fairness siegt.
Quellen
Energie Cottbus Standings
Wollitz kritisiert erneut den Schiedsrichter