Philipp Amthor ist ein deutscher CDU-Politiker, der seit 2017 dem Deutschen Bundestag angehört und als konservative Nachwuchshoffnung seiner Partei gilt. Geboren 1992 in Ueckermünde, profilierte sich Philipp Amthor früh als Innen- und Rechtspolitiker, der vor allem mit pointierten Reden gegen die AfD bundesweit bekannt wurde.
Politische Karriere und neue Rolle im Digitalministerium
Nach seinem Einzug in den Bundestag 2017 stieg Amthor innerhalb der CDU zügig auf und übernahm verschiedene Funktionen in Partei und Fraktion. Seit 2025 ist er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung und damit Teil der Führungsebene des neu geschaffenen Digitalministeriums. Zuvor war er unter anderem Generalsekretär der CDU Mecklenburg‑Vorpommern und Mitgliederbeauftragter im CDU‑Bundesvorstand, wo er am organisatorischen und strategischen Neuaufbau der Partei mitwirkte.
Die Lobbyismus-Affäre um Augustus Intelligence
Bundesweite Schlagzeilen machte Amthor durch seine Lobbytätigkeit für das New Yorker Start‑up Augustus Intelligence, für das er sich politisch einsetzte und im Gegenzug Aktienoptionen sowie einen Posten als Director erhielt. Der Fall löste 2020 eine breite Debatte über Lobbyismus und Transparenz im Bundestag aus und führte zu parteiübergreifenden Rufen nach einem Lobbyregister. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft sah jedoch keinen Anfangsverdacht für strafbares Verhalten und stellte das gegen ihn gerichtete Korruptionsverfahren ohne Aufnahme förmlicher Ermittlungen ein.
Juristische Nachwirkungen und Klage aus dem Umfeld von Augustus Intelligence
Trotz der Einstellung des strafrechtlichen Verfahrens sind die juristischen Nachwirkungen des Augustus‑Intelligence‑Komplexes noch nicht vollständig abgeschlossen. Der Insolvenzverwalter des Start‑ups erhebt in einer Klage den Vorwurf, dass Investoren mit überhöhten Versprechungen zu Kapitalzusagen bewegt worden seien und dass das Unternehmen weder über die behauptete Kapitalausstattung noch über die angekündigten Schlüsseltechnologien verfügt habe. In diesem Zivilverfahren wird auch Philipp Amthor als einer der Verantwortlichen genannt, dem vorgeworfen wird, über Missstände informiert gewesen zu sein, was seine Rolle erneut in den Fokus der Öffentlichkeit rückt.
Konsequenzen für Profil und öffentliche Wahrnehmung
Die Affäre um Augustus Intelligence hat Amthors Image als unverbrauchter Hoffnungsträger der CDU stark beschädigt und vorübergehend seine innerparteilichen Karriereambitionen gebremst. So verzichtete er etwa auf eine Kandidatur für den Landesvorsitz der CDU Mecklenburg‑Vorpommern, nachdem die Kritik an seiner Nebentätigkeit und den Aktienoptionen öffentlich geworden war. Gleichzeitig gelang es ihm, sich über die Landesliste im Bundestag zu halten und sich thematisch auf Staatsorganisation, Staatsmodernisierung und den Umgang mit der AfD zu konzentrieren, was nun in seine Funktion im Digitalministerium einfließt.
Quellen
Neuer Job für früheren CDU-Hoffnungsträger: Philipp Amthor soll Staatssekretär im Digitalministerium werden
„Hier ist eine Grenze überschritten“