Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sorgt derzeit für Schlagzeilen, indem er die Abschaffung des Ehegattensplittings plant. Diese Steuerreform könnte viele Haushalte betreffen und löst hitzige Debatten aus.
Pläne zur Abschaffung
Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung drängt Klingbeil im Rahmen der geplanten Steuerreform darauf, das Ehegattensplitting künftig zu streichen. Regierungskreise bestätigen diese Absicht, was vor allem verheiratete Paare mit ungleichen Einkommen belasten könnte. Kritiker warnen vor Mehrbelastungen von bis zu 20.000 Euro pro Haushalt und Jahr.
Was ist das Ehegattensplitting?
Beim Ehegattensplitting wird das gemeinsame Einkommen von Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern halbiert, besteuert und dann verdoppelt. Dies begünstigt vor allem Haushalte mit einem Hauptverdiener und spart Steuern im Vergleich zu Singles oder Alleinerziehenden. Die Regelung gilt bis zum Trennungs- oder Todesjahr inklusive Gnadenfrist.
Politische Debatte
Die Diskussion belastet die Koalition: SPD-Politikerin Wiebke Esdar fordert eine Reform bis Sommer 2026, um sie gerechter zu gestalten. Grüne wie Oliver Brandt halten das Modell für veraltet und wollen ein modernes Familiensplitting einführen. Frühere Versuche, Steuerklassen 3 und 5 abzuschaffen, scheiterten am Zerfall der Ampel-Koalition.
Auswirkungen auf Familien
Viele fürchten einen Steuerschock, da das Ehegattensplitting traditionelle Rollenbilder stützt und Frauen in Teilzeit drängen könnte. Ökonomen unterstützen die SPD-Idee, da sie den Fachkräftemangel mildern würde. Experten raten Paaren, ihre Steuererklärungen genau zu prüfen.
Quellen
Klingbeil will Ehegattensplitting abschaffen
Was ist das “Ehegatten-Splitting”?


