Gisèle Pelicot bleibt weltweit ein Symbol für Mut und Resilienz nach dem erschütternden Vergewaltigungsprozess. Die neuesten Entwicklungen drehen sich um ihre Memoiren und öffentliche Auftritte.
Veröffentlichung der Memoiren
Im Februar 2026 erschienen Gisèle Pelicots Memoiren Et la joie de vivre (deutsch: Eine Hymne an das Leben. Die Scham muss die Seite wechseln) beim Verlag Flammarion in 22 Sprachen gleichzeitig. Gemeinsam mit Journalistin Judith Perrignon beschreibt sie darin ihr Entsetzen über die Taten ihres Ex-Mannes Dominique Pelicot, der sie über neun Jahre betäubt und über 80 Männern zur Vergewaltigung ausgeliefert hatte. Pelicot betont ihre Lebensfreude und spendete Schadensersatzzahlungen an Organisationen, während sie Kredite ihres Mannes abbezahlt.
Erste Interviews seit dem Urteil
Am 11. Februar 2026 gab Gisèle Pelicot ihr erstes Fernsehinterview in der Sendung La Grande Librairie, gefolgt von einem Gespräch im Spiegel. Sie lehnte den Opferstatus ab: „Ich will nicht als Opfer gesehen werden“, erklärte sie und sprach von Hoffnung für andere Betroffene. Im Figaro-Interview unterstrich sie ihre angeborene Lebensfreude trotz Dramen wie dem frühen Tod ihrer Mutter.
Rückzug und Privatleben
Nach dem Prozess 2024 zog sich Gisèle Pelicot auf die Île de Ré zurück, wo sie mit ihrem Partner lebt und Öffentlichkeitsauftritte meidet. Sie klagte juristisch gegen die Veröffentlichung privater Fotos. Eine Berufung eines Verurteilten endete im Oktober 2025, als Husamettin D. eine verlängerte Haftstrafe akzeptierte.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Der Prozess machte Gisèle Pelicot zu einer feministischen Ikone; ihr Satz „Die Scham muss die Seite wechseln“ prägt die Debatte über sexuelle Gewalt. Das Buch in 150.000 Exemplaren in Frankreich soll Frauen Stärke vermitteln und Missbrauch sichtbar machen.
Quellen
Nach Vergewaltigungen und Gerichtsverfahren: Gisèle Pelicot veröffentlicht ihre Memoiren
Verurteilter Vergewaltiger von Gisèle Pelicot akzeptiert Haftstrafe