Russische Streitkräfte haben in der Nacht zum 7. Februar 2026 eine großflächige Angriffskampagne auf die ukrainische Energieinfrastruktur gestartet, die zu landesweiten Stromausfällen führte.
Der staatliche Netzbetreiber Ukrenergo sprach von einem „massiven Angriff“ auf die Energiesysteme, der Schäden an Kraftwerken und Leitungen verursachte und Notabschaltungen in den meisten Regionen nötig machte.
Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete von mehr als 400 Drohnen und rund 40 Raketen, die vor allem auf Erzeugungs‑ und Verteilersysteme zielten, darunter Kraftwerke in der Region Iwano‑Frankiwsk, Lviv und Riwne sowie Anlagen in Kiew und Charkiw.
Betroffene Anlagen und Ausmaß der Schäde
Laut Energieminister Denys Schmichal wurden unter anderem die Wärme‑Kraftwerke Burshtyn und Dobrotwir in West‑Ukraine sowie zentrale 750‑kV‑ und 330‑kV‑Umspannwerke getroffen – Schlüsselkomponenten des Nationalstromnetzes.
Diese Anlagen gelten als „Rückgrat“ des ukrainischen Netzes, weshalb die Schäden zu weitreichenden Unterbrechungen führten und die Reparaturen unter strengem Sicherheitsvorsichtsmaßnahmen starten müssen.
Die Behörden verhängten landesweit Notstromausfälle in vielen Regionen, um einen technischen Kollaps des Gesamtsystems zu verhindern. In West‑Ukraine wie Lviv blieben Warnsignale über Stunden aktiv, da die Angriffe sich über mehrere Stunden zogen.
Humanitäre Folgen im eisigen Winter
Die Angriffe treffen die Ukraine in einem besonders kalten Winter, bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt, wodurch die Ausfälle auch Heizungsversorgung und Wasserwerke betreffen.
Hunderttausende Menschen seien zeitweise ohne Licht und Wärme, warnen lokale Beamte; die Behörden rufen dazu auf, sich auf längere Dunkelphasen vorzubereiten, da die Schäden teilweise umfangreiche Ersatzteile erfordern.
In mehreren Regionen mussten Behörden öffentliche Notbehelfszentren mit Notstrom einrichten, um medizinische Versorgung, Kommunikation und Notdienste aufrechtzuerhalten.
Reaktionen der ukrainischen Führung und internationale Hilfe
Ukrainische Regierungsvertreter wie Ministerpräsident Denys Schmichal betonten, dass Moskau die Energieinfrastruktur gezielt als Kriegsinstrument nutze, um die Zivilbevölkerung zu treffen.
Kiew hat bereits eine dringende Bitte um Notstromimporte an Polen gerichtet, da die beschädigten Anlagen in West‑Ukraine ukrainische Energieimporte aus Nachbarländern betreffen und die Versorgungslage zusätzlich verschärfen.
Selenskyj forderte die westlichen Partner außerdem, ukrainische Abwehrkapazitäten weiter auszubauen – etwa mit Patriot‑ und NASAMS‑Raketensystemen –, um die Luftabwehr stärker zu machen und die Energieanlagen besser schützen zu können.
Russische Strategie und internationale Kritik
Seit Herbst 2025 hat Moskau die Angriffe auf das ukrainische Stromnetz deutlich intensiviert; die Folge sind wiederkehrende Blackouts und eine chronisch angespannte Energielage.
Die Ukraine und internationale Beobachter werfen Russland vor, mit der gezielten Zerstörung der Energieinfrastruktur die Bevölkerung zu terrorisieren und die öffentliche Infrastruktur zu schwächen.
Die UN‑Atomenergiebehörde und andere internationale Stellen warnen zudem, dass die anhaltenden Angriffe auf Kraftwerke und Leitungen auch die nukleare Sicherheit rund um ukrainische Atomkraftwerke erhöhen können, da diese auf stabile Stromversorgung angewiesen sind.
Ausblick: Wie reagiert die Ukraine auf die Energiekrise?
Experten erwarten, dass die Ukrainische Regierung und Ukrenergo in den kommenden Wochen verstärkt auf dezentrale Energiequellen, Diesel‑Generatoren und Not‑Netz‑Strukturen setzen müssen, um die Versorgung kritischer Infrastruktur sicherzustellen.
Gleichzeitig wird in der EU über langfristige Energiehilfen und den Ausbau von Verbindungen mit europäischen Netzen diskutiert, um die Resilienz der ukrainischen Stromversorgung gegenüber weiteren Angriffen zu erhöhen.
Solange diplomatische Bemühungen und Verhandlungen über einen möglichen Waffenstillstand fortgesetzt werden, bleibt die Energieinfrastruktur vermutlich ein zentrales Ziel – und die Ukraine kämpft weiter darum, ihre Bürger im Winter mit Licht und Wärme zu versorgen.
Quellen
Aktuelles aus der Ukraine: Russland greift das Stromnetz des vom Krieg heimgesuchten Landes an
Russland greift ukrainisches Stromnetz mit „massivem Angriff“ an, sagt Betreiber


