Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wurde kürzlich teilweise wiedereröffnet, was als wichtiger Schritt im Waffenstillstandsabkommen gilt. Israel hat dies als „Pilotphase“ bezeichnet, in der zunächst begrenzter Personenverkehr möglich ist. Die Öffnung erfolgt nach fast zwei Jahren Schließung und unter strenger Sicherheitskontrolle.
Hintergrund der Schließung
Der Rafah-Übergang, der einzige nicht von Israel kontrollierte Zugang zu Gaza, wurde im Mai 2024 von israelischen Truppen übernommen und weitgehend geschlossen. Dies geschah im Kontext des Krieges mit der Hamas und führte zu einer Verschärfung der humanitären Krise im Gazastreifen. Eine kurze Wiedereröffnung gab es Anfang 2025, doch seither war der Verkehr stark eingeschränkt.
Details zur Wiedereröffnung
Am 1. Februar 2026 startete ein Probebetrieb, koordiniert mit Ägypten und der EU-Mission EUBAM. Täglich sollen etwa 150 Palästinenser ausreisen, vor allem Kranke und Verletzte, während nur rund 50 Rückkehrer zugelassen werden. Hilfslieferungen laufen derzeit weiter über andere Übergänge wie Kerem Shalom.
Humanitäre Bedeutung
Rund 20.000 bis 22.000 Gaza-Bewohner warten auf medizinische Behandlung außerhalb des Streifens. Die teilweise Öffnung ermöglicht erste Ausreisen für Verletzte, doch Kritiker fordern eine vollständige Freigabe, um die katastrophale Lage zu lindern. Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen warnen vor anhaltenden Engpässen bei Hilfsgütern und medizinischer Versorgung.
Politischer Kontext
Die Maßnahme ist Teil der zweiten Phase des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenstillstandsplans zwischen Israel und Hamas. Sie folgte der Rückgabe der Leiche des letzten israelischen Geisels, Ran Gvili, was eine zentrale Bedingung war. Trotz Waffenruhe seit Oktober 2025 bleibt die Lage angespannt, mit Berichten über Verletzungen des Abkommens.
Quellen
Gaza: Grenzübergang Rafah teilweise wieder geöffnet
Israel gibt bekannt, dass der Grenzübergang Rafah im Gazastreifen am Montag für begrenzte Reisen wieder geöffnet wird.